Was eine Verfassungsrichterin zum Unterhaltsrecht meint

…Das konnte man in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ nachlesen.

Die Bundesverfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt hat in der FAZ zu den Konsequenzen des neuen Unterhaltsrechts seit der Reform einen Gastbeitrag geschrieben.

Wörtlich empfiehl sie hier:

„…sich bei aller Liebe nun unter den Vorzeichen des neuen Rechts eine gewisse Selbständigkeit in der Ehe zu bewahren und den Bezug zu ihrem erlernten Beruf nicht ganz zu verlieren, denn dann ist es im Falle einer Scheidung für sie leichter, wieder beruflich Anschluss zu finden. Oder es ist ihnen anzuraten, sich einen höheren und länger dauernden Unterhaltsanspruch ehevertraglich abzusichern.“

Die Verfassungsrichterin sprach hierbei eine deutliche Warnung aus dahingehend, dass die Frauen, „die sich im Vertrauen auf ihre bisherige unterhaltsrechtliche Absicherung nach eventueller Scheidung schon vor längerer Zeit darauf eingelassen haben, während der Ehe keinen Beruf auszuüben, sondern sich ganz der Familienarbeit zu widmen“, nun aufgrund des neuen Unterhaltsrechts ein böses Erwachen haben könnten.  Sie würden aufgrund der Neuregelungen des Unterhaltsrechts „im Falle einer Scheidung zu Verliererinnen dieser Reform zu werden“.

Zugewinn und Versorgungsausgleich – die Reform 2009

das sind die Themen, die beim nächsten Vortragsabend des ISUV/VDU e.V.  in Sigmaringen behandelt werden.

Am Mittwoch, den 14. April 2010 referiere ich im Haus am Riedbaum (Soldatenheim) um 19:30 Uhr über die gesetzlichen Neuregelungen, die die Reform zum 1. September des vergangenen Jahres mit sich gebracht hat. Dabei werden auch Auswirkungen auf die Praxis vorgestellt werden. Es besteht die Möglichkeit zur ausgiebigen Diskussion. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Ich freue mich auf Ihr Kommen.

Josef 2010

Am heutigen Josefstag möchte ich die Gelegenheit nutzen, hier ein paar Gedanken über die Bedeutung des Hl. Josef auch für die Arbeit unseres Hauses darzustellen.

Der Hl. Josef, wie er auf obigem Bild dargestellt wird, bekommt nach der Darstellung im Matthäus-Evangelium im Traum die Offenbarung der Schwangerschaft seiner Verlobten Maria mitgeteilt. Nachdem er zunächst daran dachte, die Verlobte wegen der Schande zu verstoßen, nahm er von diesem Vorhaben Abstand.

Er stellt damit auch in der christlichen Tradition die Vaterfigur für Jesus dar. Im historischen und kulturellen Kontext war er damit für die Erziehung des Kindes und seine weitere Entwicklung verantwortlich.

Trennungsväter und Scheidungsväter, Stiefväter in Patchworkfamilien, Alleinerziehende finden daher in  der Figur des Hl. Josef einen Vater, der in einer für sie vergleichbaren Situation sich zurecht finden musste. Ist der Hl. Josef daher nicht mehr als nur „Ernährer Jesu“, wie er in der christlichen Literatur auch dargestellt wird ? Die Reduktion der Vaterrolle auf die des Ernährers bedeutet doch nicht mehr, als die Verantwortung für die materiellen Lebensgrundlagen.

Auf heutige familienrechtliche Themenstellungen übertragen bedeutet dies aber, dass der Rolle des Ernährers derjenige gerecht wird, der seiner Barunterhaltspflicht nachkommt.

Sorgerecht hingegen definiert sich bekanntermaßen als das Recht und die Pflicht, für das minderjährige Kind zu sorgen. Das geht über die bloße Ernährerrolle weit hinaus. Begleitet von der Erkenntnis, dass der regelmäßige Kontakt zu beiden Elternteilen dem Kindeswohl dienlich ist, wird deutlich, dass gerade in Trennungs- Scheidungs- oder Patchworksituationen es für die Kinder von emminenter Wichtigkeit ist, einen Vater positiv erfahren zu können und zu dürfen.

Dies beginnt bei der elterlichen gemeinsamen Verantwortung für das Kind und hört beim gemeinsamen Miteinander-Sein noch lange nicht auf.

Damit ist der Hl. Josef nicht nur Ziehvater und Ernährer, sondern auch Vor- und Leitbild für die heutigen Väter in den verschiedensten familiären Kontexten.

Die katholische Kirche verehrt den Hl. Josef auch als Schutzpatron für eine gute Sterbestunde. Vor dem Hintergrund der gesetzlichen Regelung der Patientenverfügung, der Diskussion um die Auslegung des Patientenwillens sowie die Debatten um alle möglichen Formen der Sterbehilfe ist daher der Hl. Josef von großer Aktualität.

online-update: Unterhaltsrecht

Den neuen Informationsflyer zum Unterhaltsrecht gibt es hier zum download:

Neues aus dem Unterhaltsrecht