Wer zahlt, wenn der Sturm Bäume fällt?

Nicht immer, wenn ein Baum unstürzt und Schäden verursacht, gibt es jemanden, der diesen Schden auch reguliert. Gerade jetzt bei den beginnenden Herbststürmen ist daher Vorsicht geboten.

Grundsätzlich besteht auch im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht eine Pflicht zur Vermeidung eines eventuelen Schadens durch die Gefahen, die von Bäumen ausgehen.

Dabei ist der Eigentümer des Grundstückes oder aber der von ihm Beauftragte verpflichtet, den Eintritt von Personen- oder Sachschäden durch herabstürzende Bäume oder Äste zu vermeiden.

Hierfür reicht es aber nach der gängigen Rechtsprechung aus, wenn zunächst eine Sichtprüfungskontrolle vom Boden aus. Dabei ist anerkannt, dass in der Regel eine halbjährliche Baumkontrolle zumindest im Straßenbereich als ausreichend erachtet wird.

Weil sich die Verkehrssicherungspflicht auf die Abwehr einer konkreten Gefahr bezieht, müssen Hinweise auf eine Krankheit oder eine Bruchgefahr bestehen, um weitere Maßnahmen verlangen zu können. Hierzu gehören genauere Untersuchungen, aber auch baumchirugische Eingriffe. Gegebenenfalls muss der Baum dann entfernt werden.

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass der Geschädigte dem Eigentümer nachweisen muss, dass bei einer ordnungsgemäßen Überprüfung des Baumes der Schaden rechtzeitig entdeckt worden wäre.

Wenn aber keine Verkehrssicherungspflicht verletzt wurde, gibt es auch niemanden, der den Schaden zu verantworten hat.

Veröffentlicht von Roland Hoheisel-Gruler

Volljurist// Mediator // Dipl. Forstwirt (univ.)//Hochschullehrer

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