Legal Tech: Digitale Rechtsdienstleister im Visier der Justizminister

Die Justizminister der Länder haben Überlegungen angestellt, wie mit dem digitalen Rechtsdienstleistungsmarkt umgegangen werden soll. Gedacht wird zum Beispiel an eine Aufsichtsbehörde und die Einbeziehung der Verbraucherzentralen.

https://presse-augsburg.de/presse/justizminister-nehmen-digitale-rechtsdienstleister-ins-visier/amp/

Dass mit solchen Instrumenten einer „Amerikanisierung“ der rechtlichen Beratung und Begleitung vorgebeugt werden soll, ist insgesamt zu begrüßen.

Es gilt hier, sich einmal wieder ins Bewusstsein zu rufen, dass anwaltliche Tätigkeit sich grundlegend von digitalisierten Dienstleistungen unterscheidet. Richtig ist, dass es durchaus Teilbereiche gibt, die automatisierteren Abläufen folgen und von daher auch von Algorithmen wahrgenommen werden können. Am Ende steht aber immer die rechtliche Beurteilung eines Sachverhalts und daraus abzuleitende Handlungsempfehlungen.

So haben auch wir in der Kanzlei standardisierte Beratungspakete im Angebot, die entsprechenden ausgearbeiteten Abläufen folgen. Am Ende steht aber immer der Anwalt oder die Anwältin als ein unabhängiges Organ der Rechtspflege. Juristerei ist eben eine besondere Kunst, ein Handwerk und nicht in erster Linie ein Geschäftsmodell. Das ist, denke ich, der entscheidende Unterschied, der unseren Beruf auch in Zeiten der digitalen Umbrüche prägt. Letztlich dient die gerichtliche Klärung von Ansprüchen ebenso dem Rechtsfrieden wie die – gegebenenfalls auf aus Algorithmen gewonnenen Erkenntnissen basierende individuelle Beratung.

Ganz nach denn Motto der Kanzlei:“your lawyer is your friend :)“ gehört beides zusammen: Die Digitalisierung und Durchstrukturierung von Abläufen schafft Freiräume, die dann für die Mandanten in der Beratung eingesetzt werden können. Legal tech ohne die Anbindung an die Rechtspflege ist nur ein Geschäft, welches zum Schutze der Bürgerinnen und Bürger der Aufsicht und Reglementierung bedarf.

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