Wie man nach Trennung und Scheidung Eltern bleiben kann

Unter dem Titel:

„How to be a better divorced parent“ auf der Seite „The Globe and Mail“ beschreibt eine geschiedene Mutter in einem wie ich meine sehr lesenswerten Artikel, wie es ihr und dem Vater gelungen ist, dem Kind über die Trennung hinaus beide Eltern zu erhalten.

Zentral ist hierbei die Aussage:

„My status as a single mother fuelled my anger. Our mediator’s advice? Start from scratch to let go of the past and build a new relationship.“

Quelle: How to be a better divorced parent – The Globe and Mail

Daraus lässt sich nun in vielerlei Hinsicht etwas ableiten:

Eltern brauchen im Trennungs- und Scheidungskonflikt eine Möglichkeit, die Elternebene von der Paarebene zu trennen und hierbei den Fokus von sich selbst auf die anderen Beteiligten zu richten. Das fällt mitunter schwer. Das Eingeständnis, dass es außenstehender neutraler – oder besser: allparteilicher – Hilfe bedarf beinhaltet schließlich auch das Eingeständnis einer gewissen Schwäche. Hierin liegt aber auch unter Umständen die Fragestellung, ob eine solche nicht ausgenutzt werden würde: Schließlich handelt es sich ja um eine Lebenssituation, in der Bekanntes und Vertrautes Neuem und Unbekannten weichen muss und die vormaligen Partner jetzt getrennte Wege gehen. Ist da nicht zwangsläufig jeder auf seinen eigenen Vorteil bedacht?

Hier kommt nun die Mediation als probates Mittel der Konfliktlösung und Konfliktbewältigung ins Spiel:

Aufgrund des formalisierten Settings wird den Beteiligten ein geschützter Raum geboten, in dem sie nicht nur ihre Positionen und Bedürfnisse artikulieren können sondern gerade aufgrund dieses geschützten Raumes auch die Möglichkeiten und Kräfte entwickeln können, zielgerichtet miteinander die zu lösenden Aufgaben anzugehen.

EIn funktionierendes Eltern-Miteinander braucht klare Ansagen und Regeln – für alle Beteiligten. Die vom Trennungskonflikt betroffenen Kinder brauchen Klarheit, Verlässlichkeit und die Sicherheit, dass der jeweilige Elternteil die Vertrautheit des Kindes gutheißt – und eine diesbezogene Privatheit respektiert, fördert und unterstützt.

Solche Vereinbarungen fallen aber nicht vom Himmel: In der Mediation können diese Problemkreise angegangen und einer Lösung zugeführt werden, idealerweise noch bevor es sich zu einem echten und ernsthaften Problem auswachsen konnte.

Dann klappt es auch mit so scheinbar konfliktbelasteten Situationen wie einem Kindergeburtstag – so wie es die Autorin im eingangs zitierten Text erlebt hatte.

 

Veröffentlicht von Roland Hoheisel-Gruler

Volljurist// Mediator // Dipl. Forstwirt (univ.)//Hochschullehrer

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