Digitalisierung und Mediation

Neue Techologien bringen immer sowohl glühende Verfechter:innen für das Neue als auch kritische Bedenkenträger:innen mit sich. Das ist bei der Digitalisierung nichts anderes als wie bei den Technologieschüben der letzen Jahrzehnte und Jahrhunderte.

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Was sich aber geändert hat, ist der Umstand, dass aufgrund der globalen Vernetzung einerseits und dem Durchdringen auch des Privaten mit neuen Technologien andererseits die Menschen in ihrer unmittelbaren Lebensumgebung auch von den Folgen der fortschreitenden Digitalisierung betroffen sind.

Hierbei treten die betroffenen Menschen in verschiedenen Rollen aufeinander: Sei es im internen Entscheidungsprozess auf den unterschiedlichsten Ebenen der Unternehmensstruktur oder extern als Kund:innen oder Lieferant:innen – oder letztlich Dritte, die aber von den Veränderungen mittelbar betroffen sein können.

Ein weiterer Punkt liegt darin, dass Änderungen und Innovationen nicht unreflektiert hingenommen werden und dementsprechend auch diskutiert werden. Sowohl für Unternehmen als auch für die betroffenen Menschen stellt sich daher die Frage, wie diese divergierenden Interessen in einem moderierten Verfahren einer Lösung zugeführt werden können.

Hierzu habe ich an dieser Stelle schon einmal etwas dazu geschrieben.

Jetzt geht es darum, die in Rede stehenden Prozesse zu strukturieren und die dahinter stehenden Formen soweit auseinander zu dividieren, dass ein gezielter Umgang mit den dann jeweils spezifischen Problemkreisen möglich erscheint.

Gerade der Umgang mit Technologie und Technologieskepsis auf der einen Seite und Heilsversprechen auf der anderen Seite erfordern nicht nur eine umfassende Transparenz, sondern auch eine bestmögliche Abgrenzung der Themengebiete einerseits, als auch eine Bewertung und Einordnung von Alternativen andererseits vornehmen zu können.

In der Regel ist das Vorwissen unterschiedlich ausgeprägt – die Begeisterung und Bedenken beruhen auf vermutlich verschiedensten Informationsständen und Grundlagen.

Sollte also die Frage von Technologieakzeptanz mit einem oder mehreren der beteiligten Gruppen in einem geordneten Verfahren diskutiert werden, ist es primäre Aufgabe, hier ein informatorisches Gleichgewicht herzustellen, soweit dies für die in Rede stehenden Themenstellungen erforderlich ist. Das kostet Zeit – diese ist aber im Interesse des Gelingens des Gesamtpaketes unerlässlich.

Wenn die Basis stimmt, können Digitalisierungsprozesse nicht nur mediativ begleitet werden, sondern durch diese mediativen Ansätze kann die Akzeptanz für die dann gewonnenen Ergebnisse insgesamt zu einem stimmigen Ergebnis geführt werden.

Veröffentlicht von Roland Hoheisel-Gruler

Volljurist// Mediator // Dipl. Forstwirt (univ.)//Hochschullehrer

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