Archiv der Kategorie: philosophisches

Pfingsten- Passen Heiliger Geist und Wissenschaft zusammen? – und wie ist das mit der Mediation???

An Pfingsten feiern Christen, dass der Heilige Geist vom Himmel auf die Erde kommt, um die Gläubigen zu stärken. So steht es in der Bibel. Der Heilige Geist also nur eine fromme Legende? Nein, er hat auch Platz in der modernen Quantenphysik – berichtet der Bayerische Rundfunk
— Weiterlesen www.br.de/nachrichten/amp/kultur/pfingsten-passen-heiliger-geist-und-wissenschaft-zusammen,RSVGCMP

Dieser wissenschaftstheoretische Text hat mich zur Frage gebracht, wie diese Überlieferung der christlichen Kirchen und die Wirkweise der Mediation zusammengebracht werden können, wobei es nicht um das Wirken des Heiligen Geistes gehen soll – dominus et vivificantem – sondern um die Erzählung der Geschichte, wie sie in der Apostelgeschichte niedergeschrieben ist.

Eine Erzählebene hat hier nämlich mit Kommunikation zu tun – und mit Erkennen und Verstehen.

Und damit sind wir bei einem zentralen Element meditativer Arbeit: Es geht um das Äußern von Gedanken, Positionen, Wünschen und Bedürfnissen – und hier befinden sich die Medianten in der Situation der Jünger in Jerusalem: In Ihrem Innersten sind sie sich klar, aber allein mit sich, ihrer Erfahrung und auch ihren Zweifeln. Was fehlt, ist das Feuer, das über sie kommt und in ihnen wirkt. Dieser Anstoß des Pfingstwunders weckt die Äußerungen- und die Jünger gehen und reden in allen Zungen: Das bedeutet: Sie haben nicht nur den Mut gefunden, zu reden – sondern Zuhörer, die sie verstanden haben. Das war nicht selbstverständlich sondern bedurfte genau dieses Feuers, das als Transformator diente – zur Äußerung wie zum Verständnis.

Und so ist es auch die Aufgabe des Mediators – dieses Feuer in den Medianten zu entzünden, zum Mut zur Entäusserung ebenso wie zum Zuhören und zum Verstehen.

Frohe Pfingsten!!!

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Warum eigentlich ?

Warum sollte man sich eigentlich auf alternative Konfliktbewältigungsmodelle einlassen ?

Meines Erachtens wird dieser Frage nicht genügend nachgegangen. Ich habe beobachtet, dass die positive Antwort hierauf eigentlich schon bei der weiteren Fragestellung vorausgesetzt wird.

In der Mehrzahl der Veröffentlichungen wird Mediation als Alternative zu den öffentlichen Gerichten empfohlen. Als wesentliche Gründe werden der Kostenfaktor genannt sowie die Tatsache, dass man hier unter Umständen schneller zu einem Ergebnis kommen kann wie in einem langwierigen Gerichtsverfahren.

Dennoch ist zu beobachten,  dass alternatives Konfliktmanagement noch zu keiner durchschlagenden Erfolgsstory geworden ist.

Ich vertrete die These, dass dies kulturell begründet ist, nämlich darin, dass in den Ländern, in denen Mediation zwischenzeitlich tägliche Übung geworden ist, wie beispielsweise in den USA, ein anderes Rechtsempfinden vorherrscht als hier in Mitteleuropa.

Unterschiedliche Rechtssysteme und eine völlig anders verlaufene Rechtsgeschichte haben in den USA und in Deutschland verschiedene Voraussetzungen zum Zugang zum Recht geschaffen.

Hinzu kommt, dass wir in den USA eine offensive Verteidigung der Bügerrechte durch die Bürgerrechtsbewegung verzeichnen können, die in ihren Wurzeln bis auf die Unabhängigkeitserklärung von 1776 zurückreicht.

Damit hängt aber auch das zusammen, was ich unter dem Titel „Mediation und der Wilde Westen“ zusammengefasst habe, nämlich das Selbstverständnis, dahingehend, das eigene Recht in die eigenen Hände zu nehmen und zu gestalten.

In Mitteleuropa ist im Gegenzuge genau die Beschränkung dessen und die Entwicklung des staatlichen Gewaltmonopols unter Verzicht genau auf dieses Recht, die eigenen Sachen zu regeln, Voraussetzung für die Überwindung der mittelalterlichen Fehdesysteme gewesen – und damit Vorläufer zur Entwicklung eines zivilen Zusammenlebens.

Wenn nun also die Rückeroberung des Privaten vom Staat und seiner Organe ein Gewinn im Hinsicht auf bürgerliche Freiheiten darstellt,  so bedarf es einer Auseinandersetzung mit der Frage, zu welchem Preis und unter welchen Voraussetzungen Menschen bereit sind, eine Beschränkung des Staates hier überhaupt einzufordern.

Wenn Gerechtigkeit in modernen Gesellschaften vornehmlich als eine Form der Verfahrensgerechtigkeit begriffen wird, dann bietet der staatliche Rahmen mit seinen ausgeklügelten Regelungen in den Prozessordnungen eigentlich den geeigneten Rahmen, die Wiederherstellung von Gerechtigkeit zu ermöglichen.

Alternative Konfliktbehandlungsmodelle haben diese Gewähr und damit diesen Rahmen naturgemäß nicht. Dieser Rahmen muss daher erst im jeweiligen Einzelfall geschaffen werden.

Das bedeutet aber auch, dass bei den Konfliktbeteiligten das Selbstverständnis darüber, dass im konkreten Falle die eigenen einzuhaltenden Spielregeln erst erarbeitet werden müssen und dass die Basis des zu erarbeitenden Ergebnisses in eigener und nicht in fremder Verantwortung geschaffen werden muss, erst noch geweckt werden muss.

Es gilt daher, dieses Selbstverständnis zu wecken – und dieses in einen modernen geistesgeschichtlichen und rechtsgeschichtlichen Kontext zu stellen. Damit einher geht aber auch das Selbstverständnis von uns Konfliktmanagern – nämlich das einer fundierten Standortsbeschreibung im Kontext von Recht, Gerechtigkeit und Freiheit.

Dann – wenn Medianten unnd Mediator in diesem Kontext entsprechend positioniert sind – können sich die am Konflikt beteiligten Menschen auch auf alternative Konfliktbearbeitungsmodelle einlassen.

Gerne steht Ihnen Rechtsanwalt Hoheisel-Gruler für weitere Fragen zum Thema auch telefonisch zur Verfügung. Die Kanzlei bietet hierzu des Service einer telefonischen Beratung unter der kostenpflichtigen Servicenummer 0900-1876000021 an.

Es werden 1,99 Euro pro Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom berechnet. Aus Mobilfunknetzen wird zum Teil vom Netzbetreiber ein Aufschlag berechnet. Der jeweilige Minutenpreis wird aber immer vor Gesprächsbeginn kostenlos angesagt.

Die Einzelheiten hierzu finden Sie hier.

 

Gerechtigkeit

Wenn wir uns mit Konflikten und Konfliktlösungsstrategien beschäftigen, dann haben wir die Frage, nach dem, was gerecht ist, vor uns.

Der Begriff der Gerechtigkeit weht durch die philosophischen Überlegungen schon seit Platon – und bis heute hält der spannende Diskurs über das Wesen der Gerechtigkeit an.

Wie können wir im Einzelfall Gerechtigkeit herstellen, warum wird ein Zustand als ungerecht empfunden, wo sind die Grenzen dessen, was als individuelles Gerechtigkeitsgefühl beschrieben wird ?

Im „RadioWissen“ auf Bayern 2 ist hierzu eine sehr interessante Sendung mit dem Titel „Gerechtigkeit im Wandel der Philosophie“ gelaufen. Der Sender hat hier die Sendung zum Nachhören als podcast bereitgestellt – und – was das RadioWissen besonders auszeichnet, hier noch eine Menge Zusatzinformationen bereitgestellt.

Gerne steht Ihnen Rechtsanwalt Hoheisel-Gruler für weitere Fragen zum Thema auch telefonisch zur Verfügung. Die Kanzlei bietet hierzu des Service einer telefonischen Beratung unter der kostenpflichtigen Servicenummer 0900-1876000021 an.

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Zur Freiheit verurteilt ?

Von Jean-Paul Sartre stammt die These, der Mensch sei zur Freiheit verurteilt. Der Byerische Rundfunk ging heute mit einer Sendung über den Existenzialismus der Frage nach dem Sinn des Lebens nach. Hier hat der Sender ein umfangreiches Archiv mit Hintergrundinformationen und audio-files bereitgestellt.

Die Ideen des Existenzialismus haben nachhaltig die europäische Kultur der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts geprägt.

Unser Selbstverständnis in unserem Beratungszentrum geht von den agierenden Menschen aus. Wenn wir aber die Menschen in das Zentrum unserer Überlegungen stellen, müssen wir auch den kulturellen Kontext beachten. Das führt zwangsläufig zu einer Beschäftigung mit den wesentlichen Stömungen der Ideengeschichte.

Wir sind daher in unserem SBZ keine Existenzialisten – aber wir sind immer dankbar für einen Impuls, der zum Nachdenken anregt. Die heutige Sendung des BR gab einen solchen – und die Materialsammlung sorgt auch dafür, dass die Beschäftigung damit nicht mit der Radiosendung endet.