Schlagwort-Archive: gericht

Mediation im familiären Kontext

Das Legal Resource Center hat zusammengestellt, wie Mediation in familiärem Kontext funktioniert
— Weiterlesen djmlaw.legalresourcecentre.co.uk/topics/divorce-and-family-law/family-mediation

Hierbei wird darauf abgestellt, dass dies immer ein mögliches Konfliktlösungsinstrument darstellt, wenn eine Vereinbarung zwischen den Beteiligten möglich erscheint, diese aber aufgrund der momentanen Situation dies nicht schaffen. Hier hilft professionelle Unterstützung, eigenverantwortlich die Zukunft zu gestalten

Werbeanzeigen

Mediation heißt auch: reden

Die Seite peace-talks.com hat einen Beitrag veröffentlicht, der sich mit einer besonderen Thematik im Trennungskonflikt befasst: dem Reden
— Weiterlesen peace-talks.com/mediationblog/2019/01/21/divorce-mediation-means-talking/

Dass Mediation eine Konfliktlösungsstrategie ist, die auf Kommunikation als Lösungsmittel setzt, ist ja hinlänglich bekannt.

Die Kolleg*innen arbeiten aber nun den Umstand auf, dass gerade hier im Trennungskonflikt Schwierigkeiten bestehen könnten: Die Trennungssituation bringt ja in der Regel auch eine Störung der Komminikation zwischen den trennungswilligen Beteiligten mit sich.

Hier kann aber gerade die Mediation hilfreich sein. Es muss kein Widerspruch sein – sondern bietet gerade einen Schlüssel zum Erfolg. Der Mediatior/die Mediatorin ist der Transformator für Positionen, Wünsche, Bedürfnisse – und das für beide Beteiligte. Das Einander-Nicht-Verstehen (können oder wollen) erhält ein Gegenüber, das beide ernst in ihrem Anliegen nimmt und dadurch Inhalte und Meta-Botschaften nicht nur transportieren und adressieren kann, sondern auch dafür sorgt, dass diese auch ankommen – und eine Reaktion hierauf auslösen und zurückbringen.

Darin besteht ein nicht zu gering schätzender Vorteil – gerade in einer persönlich schwierigen Situation – gegenüber einer beispielsweise auf die Klärung von rechtlichen Themen oder Stellvertretung basierenden rechtlichen Bearbeitung des Trennungskonflikts.

Wie Mediation abläuft – Video

Die britische Regierung hat ein Video ins Netz gestellt, das hier abgerufen werden kann.

Hier wird leicht verständlich gezeigt, wie Mediation im familiären Kontext abläuft und was geht – und auch was nicht.

Inhaltlich kann dieses Video im Wesentlichen auch auf die Verhältnisse in Deutschland angewandt werden – mit ein paar Einschränkungen:

Die gefundene Vereinbarung kann hier notariell beurkundet werden, eine Bestätigung durch das Gericht würde die Verfahrenskosten erhöhen können, da dann Anwaltszwang auf beiden Seiten bestünde.

In Deutschland gibt es – noch – keine Verfahrenskostenhilfe für Mediation, man muss die Mediationskostem also grundsätzlich selbst zahlen.

Schließlich kann man nicht sagen, dass Mediation grundsätzlich kostengünstiger wäre: Hier werden Stundensätze vereinbart, die auch anfallen, wenn die Mediation scheitern sollte und dann streitig vor Gericht weiter gestritten wird.

Aber ansonsten ist es ein sehenswertes und gelungenes Video 🙂

Mediation Strategies: Mediation in Familenstreitigkeiten

Unter dem Titel Mediation Strategies: This article tries to cover the basics of mediation and what strategies one can adopt to come out winning from mediation. – Finden sich nicht nur eine ganze Menge FAQs Zum Thema Mediation, sondern am Ende auch eine Liste von guten Ratschlägen, was man besser tut und besser lassen sollte – Auf gut Englisch die to dos and dont’s.

Dabei ist es nicht weiter schlimm, dass dieser Beitrag in englischer Sprache gehalten ist. Er ist gut und verständlich geschrieben. Die darin enthalten den Grundsätze können auch bei uns für eine Mediation im familiären Kontext heran gezogen werden.
— Weiterlesen www.shoneekapoor.com/mediation-strategies/

Trennungskinder – Scheidungskinder

Heute bin ich zu Gast beim Interessenverband Unterhalt und Familienrecht ISUV in Mainz. Dort werde ich über Trennungskinder und Scheidungskinder reden.

Hierbei geht es darum, dass bei diesem Vortrag ein Perspektivwechsel versucht werden soll: Nicht die Eltern und ihr Konflikt steht im Mittelpunkt, sondern es geht um die Kinder und deren Bedürfnisse.

Wie diese gestillt werden können und was die rechtlichen Rahmenbedingungen sind, in denen sich die Eltern hierzu bewegen, das will ich an diesem Abend vortragen. Herzlichen Dank an dieser Stelle an den ISUV Mainz und dessen Leiterin, Frau Lenzen, für die Einladung. Ich freue mich auf diesen Abend. Den Vortragsflyer gibt es hier zum Download:

Wie werden Scheinehen als solche ermittelt?

Das OVG in Bremen musste sich mit einer Klage der humanistischen Union befassen, die Einsicht in den Fragenkatalog der Ausländerbehörden haben wollte: LTO berichtet hier.

https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/ovg-bremen-1lb1717-fragen-zur-scheinehe-klage-ifg-veroeffentlichung-gefahr-sicherheit/2/

darüber.

Die Ausländerbehörden haben demnach einen Fragenkatalog von ca. 100 Fragen, die zum Teil sehr persönlich sind. Aus den Antworten will die Behörde dann Schlüsse ziehen, ob die Ehe eine „richtige“ ist oder nur zum Schein abgeschlossen wurde.

Die Klage wurde zwar abgewiesen, die Kritik am Fragenkatalog insgesamt, der in diesem Verfahren materiellrechtlich gar nicht zur Disposition stand, bleibt aber aufrecht erhalten. Es stehen hier durchaus Eingriffe in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung im Raum, die auch unter Berücksichtigung des Art. 6 GG keine hinreichende Rechtfertigungsgrundlage haben.

Die Süddeutsche über die Probleme bei familiengerichtlichen Gutachten

Die Problemstellung ist nicht neu, aber mit schöner Regelmäßigkeit wird die Debatte neu entfacht.

Familienrecht

In hochstrittigen Fällen, wenn also Eltern sich wechselseitig die Fähigkeit zur Elternverantwortung aberkennen, kommt das angerufene Gericht nicht umhin, ein Gutachten über die Erziehungsfähigkeit und Erziehungseignung einzuholen.

Die Süddeutsche Zeitung hat sich nun hier:

http://www.sueddeutsche.de/wissen/rechtspsychologie-mehr-sachverstand-vor-gericht-1.3771215!amp

erneut dieses Themas angenommen.

Dabei werden die altbekannten Fehlerquellen wieder offenbar.

Diese Fälle sind in der Regel komplex und vielschichtig. Es geht nicht nur um die Zuweisung von Verantwortung sondern auch um die Erkenntnis, Eigenverantwortung übernehmen zu können. Überkommene Vorstellungen von Familie oder Kindererziehung spielen dann genau so eine Rolle wie die Bewertung von tatsächlichen Lebensumständen und Entwicklungsmögklichkeiten.

Schuldzuweisungen an Gutachter begleiten regelmäßig die gerichtlichen Entscheidungen, das Gericht kann seine Hände in Unschuld waschen und je nach Beteiligtensituation besteht Grund zu Jubel oder Verachtung des Rechtssystems.

Verbesserungsvorschläge gab und gibt es viele: Letztlich scheiterten sie aber an der Vielschichtigkeit der familienrechtlichen Themenstellung: Eine MPU ist einfacher und standartisierter zu bekommen (ohne zu verhehlen, dass auch hier reichtlich Diskussionsstoff besteht) als eine gutachterliche familienrechtliche Bewertung.

Aus diesem Grunde ist das nun in der SZ vorgestellte Evaluierung in einem Peer-Review-Verfahren eine gute Möglichkeit, nicht nur die Qualität der Gutachten zu verbessern, sondern auch die Gutachten insgesamt nachvollziehbarer und transparenter zu gestalten.

Letztlich dient ein solches Vorgehen damit auch der Stärkung des Vertrauens in den Rechtsstaat.

Ganz unabhängig hiervon wage ich aber auch zu behaupten, dass unsere vordringliche Aufgabe auch in streitigen Kindschaftssachen die ist, die Eltern zur Wahrnehmung ihrer Elternverantwortung zu ertüchtigen und Hilfestellung und Unterstützung in allen Verfahrenslagen kindeswohlorientiert anzubieten und so das Familiensystem zu begleiten. Dies in bewusstem Zusammenwirken mit allen in diesem Kontext mit der Familie befassten Professionen: Gericht, Anwaltschaft, Beratungsstellen, Jugendämtern etc. Hier gibt es noch viel zu tun.

Letztlich sind nämlich ansonsten die Kinder die Verlierer des Verfahrens, egal, was in einem Gutachten steht.

Anwälte: immer seltener bei Gericht

Die Gerichte ächzen vor steigenden Fallzahlen, die Terminkalender sind voll und Terminierungen bis in die zweite Jahreshälfte des kommenden Jahres sind keine Seltenheit. Mitunter wird sogar von einem Stillstand der Rechtspflege gesprochen.

Gleichwohl hat das Soldan-Institut herausgefunden, dass wir Anwälte immer weniger bei Gericht aufschlagen:

https://www.soldan.de/insights/soldan-institut-anwaelte-gehen-immer-seltener-zu-gericht/

Das hat sehr wohl etwas damit zu tun, dass wir unsere Arbeit nicht unbedingt darauf ausrichten, Fälle vor Gericht zu bringen, sondern wir unser Wissen und Können darauf verwenden, Mandanten an ihrer Problemstellung abzuholen und nach Bewertung der Sach- und Rechtslage Handlungsalternativen zu entwickeln.

Von daher macht auch das Ergebnis Sinn, dass Alternative Konfliktlösungsmechanismen zumindest im anwaltlichen Tätigkeitsfeld eine eher untergeordnete Rolle Anwalt sein bedeutet eben mehr, als nur Transformator für gerichtliche Schreiben zu sein oder in schwarzen Umhängen über Gerichtsflure zu flanieren.

Because your lawyer is your friend 🙂

Karlsruhe muss sich mit der Mietpreisbremse befassen

Mietrecht

Nachdem das Landgericht Berlin kürzlich bereits in einem Hinweisbeschluss erhebliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der Mietpreisbremse geäußert hatte, hat es nun Ernst gemacht und einen Vorlagebeschluss an das Bundesverfassungsgericht erlassen.

Hierin präzisieren die Richter ihre verfassungsrechtlichen Zweifel. Interessant ist hierbei, dass es gar nicht so sehr um Art. 14 – also die Eigentumsgarantie geht.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet ausführlich.

Den vollständigen Text gibt es hier auf den Seiten der Süddeutschen Zeitung .

Verändertes Berufsleben: der agile Anwalt

Legal Tribune Online befasst sich in einem lesenswerten Artikel mit den geänderten Anforderungen an den Anwaltsberuf in der heutigen digital geprägten Zeit:

https://www.lto.de/recht/job-karriere/j/agile-anwaelte-digitalisierung-beruf-selbstverstaendnis-spielverderber/

Es geht aber nicht nur um das Selbstverständnis der anwaltlichen Arbeit in Großkanzleien, vielmehr steht auch die Beratung und Begleitung von Mandaten unter dem Druck der veränderten Lebensverhältnisse und den dadurch veränderten Anforderungen, den die Mandanten an uns stellen, insgesamt.

Wir haben daher unsere Kanzlei elfstricheins seit vielen Jahren konsequent hieran ausgerichtet: Digitalisierung auf der einen Seite gepaart mit einer höchsten Sensibilisierung für Datenschutz und Datensicherheit auf der anderen Seite. Hier stehen moderne und sichere Kommunikationswege gleichberechtigt neben der klassischen Beratung und Betreuung vor Ort. Die weitere Spezialisierung auf alternative Konfliktbearbeitungsmethoden wie die Mediation tut ein Übriges, um hier den Bedürfnissen der Mandantinnen und Mandanten entgegen zu kommen.

Aufgrund der Tatsache, dass ich beruflich bedingt ich mich wenig in Sigmaringen vor Ort aufhalte, war ich gehalten, eine Kanzlei zu suchen, die unsere hohen Ansprüche auch in Zukunft vor Ort garantieren kann: Selbst ein hohes Maß an Flexibilität und dank der Digitalisierungsstrategie ein hohes Maß an örtlicher Ungebundenheit kann doch letztlich weder den persönlichen Kontakt zwischen Anwalt und Mandantschaft ersetzen. Darüber hinaus bedarf es auch einer zuverlässigen Wahrnehmung der Termine bei den hiesigen Gerichten.

Ich habe mit der Kanzlei des Kollegen Ludolf von Usslar, usslar.co, eine Kanzlei gefunden, die diesen von uns über die Jahre entwickelten Ansatz pflegt und weiterentwickelt. Hinzu kommt, dass aufgrund der Vernetzung und Verschränkung mit modernster Kommunikation nun auch bei uns vor Ort anwaltliche Leistungen angeboten werden können, die vorher so nicht möglich waren.

Deswegen ist elfstricheins – die Kanzlei im Konsul-Acker-Haus nun Teil der Kanzleien usslar.co. Ich selbst werde in Zukunft die Referate Insolvenzrecht und Medistion betreuen, für alle anderen Rechtsfragen stehen Ihnen die Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung.