Schlagwort-Archive: Gutachten

Die Süddeutsche über die Probleme bei familiengerichtlichen Gutachten

Die Problemstellung ist nicht neu, aber mit schöner Regelmäßigkeit wird die Debatte neu entfacht.

Familienrecht

In hochstrittigen Fällen, wenn also Eltern sich wechselseitig die Fähigkeit zur Elternverantwortung aberkennen, kommt das angerufene Gericht nicht umhin, ein Gutachten über die Erziehungsfähigkeit und Erziehungseignung einzuholen.

Die Süddeutsche Zeitung hat sich nun hier:

http://www.sueddeutsche.de/wissen/rechtspsychologie-mehr-sachverstand-vor-gericht-1.3771215!amp

erneut dieses Themas angenommen.

Dabei werden die altbekannten Fehlerquellen wieder offenbar.

Diese Fälle sind in der Regel komplex und vielschichtig. Es geht nicht nur um die Zuweisung von Verantwortung sondern auch um die Erkenntnis, Eigenverantwortung übernehmen zu können. Überkommene Vorstellungen von Familie oder Kindererziehung spielen dann genau so eine Rolle wie die Bewertung von tatsächlichen Lebensumständen und Entwicklungsmögklichkeiten.

Schuldzuweisungen an Gutachter begleiten regelmäßig die gerichtlichen Entscheidungen, das Gericht kann seine Hände in Unschuld waschen und je nach Beteiligtensituation besteht Grund zu Jubel oder Verachtung des Rechtssystems.

Verbesserungsvorschläge gab und gibt es viele: Letztlich scheiterten sie aber an der Vielschichtigkeit der familienrechtlichen Themenstellung: Eine MPU ist einfacher und standartisierter zu bekommen (ohne zu verhehlen, dass auch hier reichtlich Diskussionsstoff besteht) als eine gutachterliche familienrechtliche Bewertung.

Aus diesem Grunde ist das nun in der SZ vorgestellte Evaluierung in einem Peer-Review-Verfahren eine gute Möglichkeit, nicht nur die Qualität der Gutachten zu verbessern, sondern auch die Gutachten insgesamt nachvollziehbarer und transparenter zu gestalten.

Letztlich dient ein solches Vorgehen damit auch der Stärkung des Vertrauens in den Rechtsstaat.

Ganz unabhängig hiervon wage ich aber auch zu behaupten, dass unsere vordringliche Aufgabe auch in streitigen Kindschaftssachen die ist, die Eltern zur Wahrnehmung ihrer Elternverantwortung zu ertüchtigen und Hilfestellung und Unterstützung in allen Verfahrenslagen kindeswohlorientiert anzubieten und so das Familiensystem zu begleiten. Dies in bewusstem Zusammenwirken mit allen in diesem Kontext mit der Familie befassten Professionen: Gericht, Anwaltschaft, Beratungsstellen, Jugendämtern etc. Hier gibt es noch viel zu tun.

Letztlich sind nämlich ansonsten die Kinder die Verlierer des Verfahrens, egal, was in einem Gutachten steht.

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OLG Stuttgart: Vater kann mit Umgangsvereitelung Erfolg haben.

Umgangsrecht
Eine Entscheidung des OLG Stuttgart muss zunächst Erstaunen und Kopfschütteln hervorrufen.

Ein Vater hatte nach der Trennung sein  jetzt 12-jähriges Kind bei sich im Haus seiner Eltern aufgenommen. Sowohl Vater als auch die Großeltern taten alles, um das Kind von seiner Mutter fernzuhalten und zu entfremden.

Auch die Einrichtung einer Umgangspflegschaft brachte nicht das gewünschte Ergebnis.

Im Verfahren nun ist das Gericht zur Überzeugung gekommen, dass der geäußerte Wille des Kindes, mit seiner Mutter nichts zu tun haben zu wollen, authentisch sei und daher auch beachtlich.

Die Folge: Der Umgang der Mutter mit dem Kind wurde bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres ausgesetzt.

Das Verhalten des Vaters kann hier auch unter Zugrundelegung der Ausführungen des Gutachters als kindeswohlgefährdend eingestuft werden. Darüber hinaus hat er gegen die gesetzlichen Pflichten aus § 1684 BGB verstoßen.

Aus seiner Sicht ist er trotzdem vom Gericht belohnt worden…..

Quelle: Vater torpediert erfolgreich das Umgangsrecht der Mutter | Recht | Haufe

OLG Stuttgart, Beschluss v. 23 1.2.2015, 15 UF 192/13

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Interview auf LTO: Neue Anforderungen an familienpsychologische Gutachten

Die Qualität familienpsychologischer Gutachten in Gerichtsverfahren soll gesteigert werden. LTO sprach mit der Federführerin der BMJV-Initiative.

Das ganze Interview gibt es hier:

Quelle: Neue Anforderungen an familienpsychologische Gutachten

Süddeutsche Zeitung: Empfehlung soll zu mehr Qualität bei Familiengutachten führen

Wenn Psychologen ihre Expertisen abgeben, kann das weitreichende Folgen haben. Deshalb sollen Gutachten, die über das Schicksal von Familien entscheiden, in Zukunft nach strengeren Regeln erstellt werden.

Quelle: Familiengerichte – Mehr Qualität bei Familiengutachten – Politik – Süddeutsche.de

Gerichtsgutachter in der Kritik

Häufig entscheiden Gutachter vor Gericht, zu wessen Gunsten sich die Schale der Justitia neigt. Nicht zuletzt deswegen sehen Gerichtsgutachter sich permanenter Kritik ausgesetzt. Gerade in Familiensachen, wenn es um Erziehungsfähigkeit, elterliche Sorge oder Umgangsrechte geht, haben die Feststellungen und Empfehlungen der Gutachter weitreichende weit über finanzielle Interessen hinausgehende Konsequenzen.

Die Ärztin Prof. Dr. Ursula Gresser hat gemeinsam mit Benedikt Jordan im Jahre  2013 eine Befragung von 548 medizinischen und psychologischen Sachverständigen in Bayern durchgeführt.

Sie ist Ärztin für Innere Medizin und Rheumatologie und habilitierte Hochschullehrerin.  Zu ihrem Tätigkeitsfeld gehört auch die Erstellung von  Sachverständigengutachten für verschiedene Auftraggeber.

Sie lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und an der Tiroler Landesuniversität

Die Ergebnisse der Studie sind in der April-Ausgabe der Zeitschrift „Der Sachverständige“ erschienen und können auch unter www.ursula-gresser.de nachgelesen werden können.

Ein Interview mit Frau Dr. Gresser ist hier auf den Seiten von LTO nachzulesen:

Beeinflussung von Gutachtern bei Gericht.

Sie wird hier mit den Worten zitiert, dass sie teilweise recht mafiöse Strukturen vorgefunden habe.

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Deutsches Ärzteblatt berichtet, bei Gerichtsgutachten werde oft die Tendenz vorgegeben

Das Deutsche Ärzteblatt berichtet über eine Untersuchung, wonach es mit der Unabhängigkeit der Gutachter bei Gerichten nicht so gut bestellt sein soll.

23,3 %  der befragten Gutachter gaben hierbei an, vom Gericht bereits eine Tendenz vorgegeben zu bekommen. Ebenfalls beachtenswert ist, dass ein knappes Viertel der Befragten im Rahmen dieser Untersuchung, die an der LMU in München durchgeführt wurde, mitteilte, aus der gutachterlichen Tätigkeit würden mehr als 50 % der Einnahmen erzielt werden.

Mehr als bedenklich ist der Umstand, dass über 40 % der befragten Psychologen – also deutlich mehr als der Durchschnitt, angaben, dass sie vom Gericht eine Tendenz in Einzelfällen oder häufig vom Gericht signalisiert bekommen haben.

In dieser Berufsgruppe ist die wirschaftliche Abhängigkeit von der Auftragserteilung durch Gerichte mit 61,1 % am höchsten.

Mehr dazu gibt es auf den Seiten des Deutschen Ärzteblattes:

Deutsches Ärzteblatt: Gerichtsgutachten: Oft wird die Tendenz vorgegeben (07.02.2014).

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Dokumentation „Kein Recht aufs Mutter sein“

Der NDR hat eine Dokumentation ausgestrahlt über das Schicksal einer Frau, der die elterliche Sorge entzogen worden war. Ein gerichtliches Gutachten in einem langwierigen Prozess soll letztlich den Ausschlag gegeben haben, dass das Kind in einer betreuten Wohngruppe untergebracht wurde und der Mutter das Sorgerecht entzogen wurde.

Nun wird in diesem Falle das Gutachten angezweifelt. Der Sender schreibt auch auf seiner Internetseite davon, dass bis zu 80 % der familienpsychologiscghen Gutachten mangelhaft seien.

„Kein Recht aufs Mutter sein“ | NDR.de – Regional – Niedersachsen.

Diese Dokumentation reiht sich ein in eine ganze Reihe an Dokumentationen und Reportagen über die gutachterliche Praxis in familiengerichtlichen Verfahren.

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Die Einzelheiten hierzu finden Sie hier.

 

 

 

Wo schlechter Rat teuer sei – NWZ kritisiert Gutachten in Sorgerechtsverfahren

Die NWZonline macht mit der Schlagzeile auf, dass bis zu 80% der Gutachten in Sorgerechtsverfahren schlampig erstellt oder gar fehlerbehaftet seien. Die online-Ausgabe zitiert hier Werner Leitner, der an der Uni Oldenburg unterrichtet. Diese Einschätzung findet sich in einer Reportage über ein gerichtliches Sorgerechtsverfahren.

Ausführlich kann der Fall hier nachgelesen werden:

Wo schlechter Rat teuer ist | NWZonline.

Gutachten im familiengerichtlichen Verfahren

Nicht nur die ARD-Sendung PANORAMA hat sich mit der Thematik Gerichtsgutachten befasst – ich habe hier dazu bereits berichtet:

https://anwaltsblog.wordpress.com/2013/11/01/gutachter-die-heimlichen-richter-video-zur-sendung/

– auch der MDR hat sich mit einer Reportage kritisch damit auseinandergesetzt, wie Gerichtsgutachten sich in familiengerichtlichen Verfahren auswirken können.

Wenn Gutachter über Familien richten | MDR.DE.

Bereits der Titel der Sendung spricht Bände, wird doch impliziert, dass die Gutachter die Macht haben, über Wohl und Wehe in einer Familie den Stab zu brechen. Die Gutachterpraxis steht schon länger in der Kritik, wie bereits hier dargestellt:

https://anwaltsblog.wordpress.com/2013/10/30/gutachten-in-sorgerechtsverfahren/

 

Gutachter: Die heimlichen Richter – Video zur Sendung

Gestern abend befasste sich PANORAMA mit der Frage nach der Macht der Gutachter im Prozess.

Wer die Sendung verpasst hat, kann sie hier

Das Erste Mediathek [ARD] – Gutachter: Die heimlichen Richter – Video zur Sendung Panorama – Donnerstag, 31.10.2013.

in der Mediathek des ARD noch einmal sehen. Prädikat: sehenswert