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Kommunikation und Diskurskultur

Wer bestimmt den politischen Diskurs, der in den sozialen Netzwerken stattfindet? Diese Frage hat der „Tagesspiegel“ im Rahmen eines Vorabberichts zu einer TV-Doku aufgeworfen.

Diese schaut in die digitale Welt der „neuen rechten Medienmacher“ und fördert interessante Aspekte zutage:

Quelle: Neue rechte Medienmacher: Wenn Vögel tot vom Himmel fallen – Medien – Gesellschaft – Tagesspiegel

Im Prinzip geht es auch darum, wie Kommunikation im Internet funktioniert. Was macht diese neuen rechten Medienmacher so erfolgreich? Warum geraten hier Menschen schneller in bestimmte Fahrwasser?

In meinem Aufsatz im Sammelband zur Cyberkriminologie hatte ich geschrieben, dass in der digitalen Welt eine Besonderheit zu beobachten ist: Während die analoge Kommunikation vielschichtig angelegt ist, also Körpersprache, Tonfall, Lautstärke und ähnliches eine wichtige Rolle im Kommunikationsprozess spielen, findet die digitale Kommunikation in der Regel nur schriftlich statt, wenn man von Sprachnachrichten als Kommunikationsmittel einmal absieht.

Auf diese Thematik bezogen heißt dies, dass es in der Digitalen Medienlandschaft nicht nur darum geht, wie Informationen bereitgestellt werden, sondern vielmehr darum, wie sie geteilt, viral verbreitet und kommentiert werden. Meist reichen schon Teaser zu einer Botschaft aus, um die Verbreitung zu fördern. Dabei genügen diese eindimensionalen Kommunikationsmerkmale aus. Ein vielschichtiger Austausch über die Inhalte findet seltenst statt.

Dieser online zu beobachtenden schriftlichen Äußerungen entbehren die übrigen Merkmale in der analogen Welt.

Vermutlich auch aus diesem Defizit sind Emojis in der digitalen Welt so wichtig geworden.

Selbst wenn sich jemand die Mühe macht und die Weiterverteilung mit einem eigenen Kommentar oder Hinweis versieht, kommt aber ein weiterer wichtiger Punkt dazu:

Diese schriftlichen Äußerungen können nicht mit dem Briefeschreiben in der analogen Welt gleichgesetzt werden. Während auch hier keine Möglichkeit besteht, die nonverbale Kommunikation zu übermitteln, ist im Digitalen eine eine sprachliche Beschränkung zu beobachten.

Gedanken werden in der Regel wenig ausgeführt, sondern präsentiert.

Die Begrenzung der Zeichenzahl (etwa in Twitter) verlangt nach Vereinfachung. Differenzierte Auseinandersetzungen mit einem Thema sind daher auf den diversen Plattformen eher selten zu finden. Diese Rahmenbedingungen begünstigen im Zweifelsfalle nicht nur eher einen Normverstoß, als dass sie ihn verhindern können. Dies führt insgesamt zu einer Vereinfachung und Verflachung der Debatte insgesamt.

Und es gilt noch ein Weiteres: Selbst wenn verstärkt auf die Löschung solcher Inhalte gedrängt würde, wäre dies im Ergebnis eher zweifelhaft:

Im Kontext einer Haltung, die sich einer vermeintlichen „System- und Lügenpresse“ entgegenstellt, muss das Löschen geradezu als Bestätigung für die Richtigkeit der – nunmehr gelöschten – Behauptung aufscheinen (s. a. Kap. „Hate Speech in der Computerspielkultur“ im Sammelband zur Cyberkriminologie von Sonja Gabriel). Und genau dieses wiederum kann dann in den Filterblasen der Sozialen Medien viral verbreitet werden.

Die Verarmung echter Interaktion zwichen Menschen in Folge der Corona-Krise hat daher die Tür zu den digitalen Anfälligkeiten weit geöffnet. Persönlich erfahrene Unsicherheiten, die aus dem Mangel an sozialer Interaktion während der Beschränkungen herrühren, wurden im Netz nicht nur vielfach ähnlich mitgeteilt, sondern bildeten in der Folge auch Anker für Erklärungsansätze, die mit der Kommunikation von zuständigen Behörden und/oder in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und den klassischen Printmedien nichts zu tun hatten.

Diese wiederum folgen einem einfachen Muster: Weil es so einfach nicht sein kann, wie erklärt wird, ein einfaches Virus zu banal ist, um das Ganze um einen herum zu erklären, muss es mehr geben: Bei dieser Gelegenheit wird alles diskreditiert, was an nachvollziehbaren Informationskanälen existiert: Die Regierung(en) – Marionetten, die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten: Staatsfunk (und damit Sprachrohr der Marionetten), die Printmedien: Lügenpresse.

Statt dessen: Sich selbst aufheizende Filterblasen, die die irrlichterndsten Theorien zu immer neuen Ansätzen verschmelzen, die aber eines gemeinsam haben: Sie dienen denen, die diese rechten Ansätze befeuern und unterstützen.

Zu beobachten bleibt: die Relevanz digitaler Medien und sozialer Netzwerke hat in der Corona-Krise erheblich zugenommen, die Medienkompetenz und die Kritikfähigkeit der Internetnutzer*innen offensichtlich nicht in dem Maße. Darin liegt die eigentliche Gefährlichkeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Gemeinwesen.

Die apokalyptischen Reiter und das Internet

Dr. Holger Plank hat den neuen Sammelband „Cyberkriminologie“, der von T.G. Rüdiger und P.S. Bayerl herausgegeben wurde, rezensiert.

In seinem gelungenen Beitrag, der auf den Seiten des Polizei-Newsletters veröffentlicht wurde, geht der Rezensent auch auf den von mir verfassten Aufsatz „Das Internet ist kein (grund-)rechtsfreier Raum“ auf den Umstand ein, dass die Hoffnung auf die Selbstregulierungskräfte im Netz und das Vertrauen in die freiwillige Mitwirkungsbereitschaft der Internetgiganten aufgrund deren monopolisierter Machtfülle nur in den seltensten Fällen wirklich funktionieren könne. Dabei habe ich in meinem Text die These vertreten, dass diese wiederum nur durch das Recht selbst zu begrenzen sei. In diesem Zusammenhang weist Holger Plank auch auf das Buch von Scott Galloway, „The Four – Die geheime DNA von Amazon, Apple, Facebook und Google“ hin. Darin waren diese Konzerne als „Die vier apokalyptischen Reiter“ des Internetzeitalters bezeichnet. Allein schon diese Bezeichnung ist geeignet, Angstgefühle auszulösen, verbindet sich mit dem Begriff der Apokalypse eine Vorstellung des Weltenendes.

Ein Grund also, sich nochmals näher mit dem textlichen Hintergrund, auf den sich Galloway bezieht, zu beschäftigen

Vorangegangen ist diesem Text der Offenbarung des Johannes, der als Sendschreiben an sieben Gemeinden adressiert ist, die Einleitung zu einer prophetischen Schilderung, in der äußerst bildreichen dargestellt wird, wie nacheinander die sieben Siegel an einer „innen und außen beschriebenen“ Buchrolle durch das Lamm geöffnet werden. Dadurch nimmt die Apokalypse ihren Gang. Schon das Bild des Buches mit den sieben Siegeln weist auf deren eigentliche Unzugänglichkeit hin. Wenn das siebente Siegel gebrochen ist, ist das Ende der Welt gekommen.

In der Lutherbibel (2017) liest sich die maßgebliche Stelle folgendermaßen:

(Ich zitiere nach der Seite http://www.bibleserver.com)

„1 Und ich sah, dass das Lamm das erste der sieben Siegel auftat, und ich hörte eines der vier Wesen sagen wie mit einer Donnerstimme: Komm! 2 Und ich sah, und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hatte einen Bogen, und ihm wurde eine Krone gegeben, und er zog aus sieghaft und um zu siegen. 3 Und als es das zweite Siegel auftat, hörte ich das zweite Wesen sagen: Komm! 4 Und es kam heraus ein zweites Pferd, das war feuerrot. Und dem, der darauf saß, wurde Macht gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, dass sie sich untereinander umbrächten, und ihm wurde ein großes Schwert gegeben. 5 Und als es das dritte Siegel auftat, hörte ich das dritte Wesen sagen: Komm! Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd. Und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. 6 Und ich hörte etwas wie eine Stimme mitten unter den vier Wesen sagen: Ein Maß Weizen für einen Silbergroschen und drei Maß Gerste für einen Silbergroschen; aber dem Öl und Wein tu keinen Schaden! 7 Und als es das vierte Siegel auftat, hörte ich die Stimme des vierten Wesens sagen: Komm! 8 Und ich sah, und siehe, ein fahles Pferd. Und der darauf saß, dessen Name war: der Tod, und die Hölle zog mit ihm einher. Und ihnen wurde Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit Schwert und Hunger und Tod und durch die wilden Tiere auf Erden.

Diese vier Reiter sind also diejenigen, die dieses Ende der Welt eröffnen, jedem einzelnen ist bei der Vorbereitung dieses Endes eine besondere Rolle zugedacht.

Im übertragenen Sinne bedeutet das also in Bezug auf unseren Gegenstand so viel, als dass diese vier Internetgiganten nach- oder miteinander das Ende der Welt, so wie wir sie kennen, einläuten. Hierbei kommt es weniger darauf an, welche der biblischen Rollen dem jeweiligen Konzern zuzuschreiben ist, als darauf, dass, wenn das Geschehen seinen ungehinderten Lauf nimmt, zum Schluss das „Ende“ da sein wird.

Hierbei bleibt aber zu bedenken, dass die digitale Welt sich nicht in einem unaufhaltsamen und unumkehrbaren Prozess befindet, der letztlich den Zusammenbruch der analogen Zivilisation zur Folge haben muss. Richtig ist allenfalls, dass die Regeln, die in der analogen Welt Geltung beanspruchen, nicht ohne weiteres in der virtuellen Umgebung rezipert und anerkannt werden. Diese Reiter, um beim Bild zu bleiben, sind nicht die Vorboten der endgültigen Zerstörung, aber sie nehmen sich, was sie sich nehmen können, solange und weil sich ihnen keine entschiedene Instanz entgegenstellt oder sich ihr entgegenstellen kann. Gerade wenn auf die Kräfte vertraut wird, die das Wachsen dieser Giganten erst ermöglicht haben, können Selbstregulierung und freiwillige Mitwirkung nur soweit erfolgreich sein, als wie sie nicht den – aus Sicht der Giganten – übergeordneten Interessen entgegen stehen.

Noch ist es aber nicht zu spät, um dieser Entwicklung hilflos ausgeliefert zu sein. Um dem Recht auch im Virtuellen zu seiner Geltung verhelfen zu können, muss auch die grundrechtlich garantierte Schutzpflichtendimension des Staats ins Visier genommen werden. Das bedeutet, dass es nicht nur darum geht, (markt-)regulierend und beschränkend einzuwirken,sondern darum, den Menschen, die sich in der digitalen Welt bewegen, den staatlichen Schutz zukommen zu lassen, den sie brauchen, um ihre Persönlichkeit auch dort entfalten zu können, sich ungestört eine Meinung zu bilden und diese auch zu vertreten zu können – um hier nur Beispiele zu nennen.

Der Sammelband „Cyberkriminologie“ ist bei VS Springer in Wiesbaden erschienen im Buchhandel erhältlich.

Print ISBN 978-3-658-28506-7 Online ISBN 978-3-658-28507-4

Als E-Book ist sowohl mein Aufsatz hier als auch das ganze Buch beim Verlag auf dessen Seiten zu beziehen.

Das Internet ist kein (grund-)rechtsfreier Raum

In dem neuen Buch „Cyberkriminologie“, das von Thomas Gabriel Rüdiger und Petra Saskia Bayerl herausgegeben wurde, durfte ich einen Beitrag dazu leisten, in dem ich die Grundrechtsfunktionen und die Anforderungen hieraus untersucht habe.

Grundrechte sind nicht nur Abwehrrechte gegen den Staat, sie formulieren auch Schutzpflichten, die der Staat gegenüber seinen Bürgerinnen und Bürgern zu erfüllen hat.

In dem Kapitel „Das Internet ist kein (grund-)rechtsfreier Raum habe ich untersucht, wie diese Aufgabe auf die digitale Welt zu beziehen sein könnten. Hieraus wurden sodann Pflichten zur Rechtsetzung für den Gesetzgeber abgeleitet.

Im Text zeige ich, dass es nicht genügt, die staatliche Regulierung im Wesentlichen auf die Überwachung der den Unternehmen übertragenen Pflichten zu reduzieren. Als Fazit stelle ich schließlich den Bedarf an einer sichtbaren Präsenz der Polizei in den entsprechenden Online-Plattformen fest. Hierzu bedarf es meiner Meinung nach einfach zu bedienenden Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten. Eine abschließende Betrachtung nehmen rechtliche Rahmenbedingungen, die solche polizeilichen Maßnahmen flankieren müssten.

Die Anfänge für die Fragestellung liegen weit zurück: Bereits im Jahre 2001, und damit lange bevor das mobile Internet und die Sozialen Medien die moderne Gesellschaft prägen konnten, stellten sich Gerhard Vowe und Martin Emmer die Frage, ob es so etwas wie eine digitale Agora geben könne (Vowe und Emmer 2001).

Der Begriff war für die Zeit des Internet 2.0 gut gewählt: Die Agora war im antiken Griechenland nicht nur ein Marktplatz, sondern der zentrale Ort, an dem Meinungen kundgetan und diskutiert wurden. Sie war der Ort, an dem das Zusammenleben in der Polis organisiert und mitgestaltet wurde. So, wie damals das Internet die Interaktion zwischen den Nutzer*innen für sich entdeckte, ist dieser Platz heute auch in der digitalen Welt fest verankert.

Das Kapitel kann auf den Seiten des Springer-Verlages hier – kostenpflichtig – heruntergeladen werden.

So sehr mich die download-Zahlen für mein Kapitel freuen, möchte ich doch dazu raten, den – im Verhältnis ohnehin sehr geringen – Aufpreis für das ganze Buch in Erwägung zu ziehen. Hier finden sich weitere tolle Beiträge von hervorragenden Kolleginnen und Kollegen.

Der link zum E-Book findet sich hier:https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-28507-4

Das Buch ist auch gedruckt erschienen.

Ich möchte an dieser Stelle noch auf die Rezension des Kollegen Dr. Holger Plank im Polizei-Newsletter hinweisen:

Cyberkriminologie

Bei Springer VS in Wiesbaden ist jetzt ein Sammelband zur neuen Wissenschaftsdisziplin Cyberkriminologie erschienen, zu dem ich auch ein Kaptitel beisteuern durfte.

Die Herausgeber
Die Herausgeber dieses Sammelbandes sind ausgewiesene Expterten für digitale Räume:

Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger ist als Cyberkriminologe und Dozent am Institut für Polizeiwissenschaft der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg tätig.

Petra Saskia Bayerl ist Professorin für Digitale Kommunikation und Sicherheit am Centre of Excellence for Terrorism, Resilience, Intelligence and Organised Crime Research (CENTRIC) an der Sheffield Hallam University, UK.

Können bisherige kriminologische Theorien und Erkenntnisse auf die Regeln des digitalen Raumes übertragen werden? Dieses Buch vereint Beiträge von Autoren aus verschiedenen Bereichen der Kriminologie und anderen Kriminalwissenschaften, die dieser wichtigen Frage aus unterschiedlichen Perspektiven nachgehen. Damit zeichnet dieses Buch aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Delikte und digitaler Polizeiarbeit nach und untersucht, inwiefern kriminologische Phänomene und Ansätze im digitalen Raum neu begriffen und gestaltet werden müssen im Sinne einer eigenen Cyberkriminologie.

Der Inhalt
Nach der Darstellung der Grundlagen der Cyberkriminologie wird die Phänomenologie von Kriminalität im digitalen Raum beleuchtet.- Neue und bekannte Kriminalitätsphänomene werden unter den besonderen Voraussetzungen, die im digitalen Raum gegeben sind, herausgearbeitet. Dabei werden sowohl Opferperspektiven als auch Täterperspektiven bei der Betrachtung eingenommen. Der Normenkontrolle und der digitalen Polizeiarbeit ist ein gesonderter Abschnitt gewidmet. Es geht darum, wir Bürger online mit der Polizei online in Verbindung treten können oder können sollten. Ein Abschnitt über die Methoden und Technologie

Die Zielgruppen
Das Buch richtet sich vornehmlich an Dozierende, Studierende und Forschende der Sozial-, Rechts- und Kriminalwissenschaften sowie an Fach- und Führungskräfte bei der Polizei und Justiz.

Das Buch ist im Buchhandel erhältlich, als E-Book kann es hier erworben werden.

DOI https://doi.org/10.1007/978-3-658-28507-4

Print ISBN: 978-3-658-28506-7

Online ISBN: 978-3-658-28507-4

Wie geht das mit der Digitalisierung in Kanzleien?

Ein durchaus lesenswertes Interview zum Thema Digitalisierung hat das Kanzleiforum bei Beck hier:

http://kanzleiforum.beck-shop.de/2017/12/13/digitalisierung-in-kanzleien-experten-interview-mit-markus-hartung-micha-manu-bues-und-gernot-halbleib/

veröffentlicht.

In der derzeitigen Debatte geht vieles durcheinander, ein Rekurs auf das Wesentliche, nämlich was ist Recht, wie wird Recht angewendet, welche Funktion hat Recht, scheint mir durchaus angebracht.

Legal Tech ist ein neues Modewort geworden, dabei drängt sich durchaus der Verdacht auf, dass nun die Phase der Zweitverwertung des Hypes – nämlich die fachliterarische Aufarbeitung – angebrochen ist.

Wenn nämlich die grundlegenden Fragen der Rechtsberatung, Rechtsanwendung, der Funktion des Rechts zutreffend formuliert sind, dann können auch die Fragen der technischen Unterstützung und Umsetzung angegangen werden.

Damit geht aber nicht die Umstrukturierung und Neuorientierung eines wie auch immer gearteten Rechtsmarktes einher, sondern vielmehr die Loslösung des Rechts von den Regeln des Marktes hin zu einer wieder Frieden stiftenden Funktion in einem funktionierenden Gemeinwesen. Hierzu besteht auch für digitale Unterstützung noch jede Menge Luft nach oben.

Weil mitteleuropäisches Recht aber anders funktioniert als das anglo-amerikanische Recht, bedarf es eines genauen Hinschauens, was wo und wie funktioniert. Copy & Paste aus Übersee wird wohl nicht gehen.

 

Anlasslose Massenüberwachung und der Satz von Bayes

Man liest viel in diesen Zeiten von Gefahren, die allgegenwärtig sind und das Zusammenleben bedrohen. Terrorismus und Kriminalität sind als Feinde der freiheitlichen Gesellschaft ausgemacht.

Wie man diesen Gefahren begegnen kann und wie sich Sicherheit und Freiheit unter einen Hut bringen lassen, darüber lässt sich durchaus diskutieren.

Es hängt nun aber davon ab, ob und wie sehr sich die Rechtspolitik der öffentlichen Meinung hingibt, gerade auch in Zeiten, in denen keine sichere Regierungsmehrheit in Berlin in Sicht ist. Die Erfahrung aus der jüngsten Vergangenheit zeigt, wie auch der emeritierte Strafrechtslehrer Artur Kreuzer in einem Beitrag in der ZEIT geschrieben hat, dass die Verschärfung des Strafrechts zunehmend als Alibi für Politik herhalten muss.

In diesen Zusammenhang passt auch die durch Terrorgefahren immer neu angeheizte Debatte über anlasslose Datenspeicherung, Vorratsdatenspeicherung, Telekommunikationsüberwachung, Staatstrojaner und und und….

Die Rechnung ist einfach: Gute Überwachung kann Anschläge verhindern. Aber kann sie das wirklich?

Nicht aus der Kriminologie sondern aus der Mathematik stammt nachstehendes Gedankenspiel:

http://scienceblogs.de/frischer-wind/2017/05/30/anlasslose-massenueberwachung-und-der-satz-von-bayes/

Nicht ganz neu, aber durchaus wieder aktuell. Die Sache ist einfach erzählt: Bei einer theoretischen Grundannahme (Anzahl der Einwohner, Anzahl der potentiellen Straftäter, Anzahl der E-Mails pro Nase, Anzahl der inkrimierten E-Mails je potent8iellem Straftäter) schrumpft eine Trefferquote von 99,5 % bei einer Überwachungssoftware auf eine tatsächliche Trefferquote von knapp 0,7 %. Man kann es nachrechnen – es stimmt.

Die vermeintliche Sicherheit (99,5 %) wird erkauft mit einem Verzicht auf Freiheit. Tatsächlich bekommt man aber weniger Freiheit (anlasslose Überwachung) mit kaum relevantem Sicherheitsgewinn.

Wie gesagt, nur Mathematik und nur Gedankenspiel – aber durchaus nachdenkenswert wenn wir uns Gedanken über zielführende Methoden in der Gefahrenabwehr unterhalten.

 

Co-Parenting: allein zusammen erziehend ist eine neue Herausforderung im Familienrecht

Familienrecht

Um Kinder zu bekommen, braucht es, wenn man sich den neuen Trend des Co-Parentings anschaut. weder Liebe noch Sex.

Co-Elternschaft heißt diese neue Entwicklung. Man kann es auch Familienplanung per Internet nennen.

Wie es genau funktionieren soll und das der Reiz daran ist, schildert ZEIT ONLINE in einer lesenswerten Reportage.

Quelle: Co-Parenting: Allein zusammen erziehend | ZEIT ONLINE

Auf alle Fälle bedarf es ausgeklügelter Vereinbarungen, um hier auch rechtssicher in die Zukunft schauen zu können. Wenn es funktioniert, sind erst einmal alle glücklich, was aber ist in ferner Zukunft, wenn es um Unterhaltsansprüche oder erbrechtliche Themenstellungen geht. Wie sieht es aus mit elterlicher Sorge und Verantwortung etc. Auch wenn Sozialleistungen im Raume stehen, können die verwandtschaftlichen Bindungen von Bedeutung  werden.

Gerne steht Ihnen Rechtsanwalt Hoheisel-Gruler für weitere Fragen zum Thema auch telefonisch zur Verfügung. Die Kanzlei bietet hierzu des Service einer telefonischen Beratung unter der kostenpflichtigen Servicenummer 0900-1876000021 an.

Es werden 1,99 Euro pro Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom berechnet. Aus Mobilfunknetzen wird zum Teil vom Netzbetreiber ein Aufschlag berechnet. Der jeweilige Minutenpreis wird aber immer vor Gesprächsbeginn kostenlos angesagt.

Die Einzelheiten hierzu finden Sie hier.

Gezieltere Anfragen zum Thema sind auch über mein Portal www.anwalteasy.com möglich.

FAZ fragt nach: was ist dran am Vorwurf zweifelhafter Arbeitsbedingungen in Internetfirmen?

Ob Amazon, Zalando oder Goodgame Studios: Die Arbeitsbedingungen in der Internetbranche geraten immer wieder in den Fokus. Was ist dran an den Vorwürfen? Die FAZ geht hier den Zweifelhafte Arbeitsbedingungen in Internetfirmen – was ist dran? nach und stellt die Herausforderungen, denen das Arbeitsrecht im Kontext der Online-Möglichkeiten ausgesetzt ist, plastisch dar.

 

Wie funktioniert eigentlich die Abzocke mit den Massen-Mails?

Eigentlich sollte man meinen, die Masche, die hinter betrügerischen E-Mails steht, sei zwischenzeitlich so bekannt, dass niemand mehr darauf hereinfallen sollte. Aber dem ist leider nicht so.

Die WELT hat nun den Versuch unternommen, hinter die Mechanismen dieser Internetabzocke zu schauen und sich zum Schein auf eine solche Mail eingelassen.

Das Ergebnis kann hier nachgelesen werden:

Betrugsmails : Wie die Abzocke mit den Massen-Mails funktioniert – Nachrichten Politik – Ausland – DIE WELT.

 

50 Cent – nicht für Sportwetten im Internet

Hier gibt es eine interessante Nachricht von
DATEV

Sportwetten als sog. 50-Cent-Gewinnspiele im Internet sind unzulässig. Das hat der BayVGH jetzt entschieden. Betroffen sind Wetten, bei denen im Internet ein Tipcode aus den Ergebnisvorhersagen ermittelt wird und dann die Teilnahme über eine kostenpflichtige Hotline durchgeführt wird.