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Cyberkriminologie

Bei Springer VS in Wiesbaden ist jetzt ein Sammelband zur neuen Wissenschaftsdisziplin Cyberkriminologie erschienen, zu dem ich auch ein Kaptitel beisteuern durfte.

Die Herausgeber
Die Herausgeber dieses Sammelbandes sind ausgewiesene Expterten für digitale Räume:

Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger ist als Cyberkriminologe und Dozent am Institut für Polizeiwissenschaft der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg tätig.

Petra Saskia Bayerl ist Professorin für Digitale Kommunikation und Sicherheit am Centre of Excellence for Terrorism, Resilience, Intelligence and Organised Crime Research (CENTRIC) an der Sheffield Hallam University, UK.

Können bisherige kriminologische Theorien und Erkenntnisse auf die Regeln des digitalen Raumes übertragen werden? Dieses Buch vereint Beiträge von Autoren aus verschiedenen Bereichen der Kriminologie und anderen Kriminalwissenschaften, die dieser wichtigen Frage aus unterschiedlichen Perspektiven nachgehen. Damit zeichnet dieses Buch aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Delikte und digitaler Polizeiarbeit nach und untersucht, inwiefern kriminologische Phänomene und Ansätze im digitalen Raum neu begriffen und gestaltet werden müssen im Sinne einer eigenen Cyberkriminologie.

Der Inhalt
Nach der Darstellung der Grundlagen der Cyberkriminologie wird die Phänomenologie von Kriminalität im digitalen Raum beleuchtet.- Neue und bekannte Kriminalitätsphänomene werden unter den besonderen Voraussetzungen, die im digitalen Raum gegeben sind, herausgearbeitet. Dabei werden sowohl Opferperspektiven als auch Täterperspektiven bei der Betrachtung eingenommen. Der Normenkontrolle und der digitalen Polizeiarbeit ist ein gesonderter Abschnitt gewidmet. Es geht darum, wir Bürger online mit der Polizei online in Verbindung treten können oder können sollten. Ein Abschnitt über die Methoden und Technologie

Die Zielgruppen
Das Buch richtet sich vornehmlich an Dozierende, Studierende und Forschende der Sozial-, Rechts- und Kriminalwissenschaften sowie an Fach- und Führungskräfte bei der Polizei und Justiz.

Das Buch ist im Buchhandel erhältlich, als E-Book kann es hier erworben werden.

DOI https://doi.org/10.1007/978-3-658-28507-4

Print ISBN: 978-3-658-28506-7

Online ISBN: 978-3-658-28507-4

Kreuzer kritisiert Kriminalpolitik

Der emeritierte Strafrechtslehrer prof. Dr. iur. Artur Kreuzer hat in einem Beitrag in der Zeit die Kriminalpolitik der letzten Jahre scharf kritisiert.

Er bemängelt in seinem Text, dass die Liste der kontraproduktiv verschärften Gesetze überaus lang sei. Anstelle einer durchdachten und kriminologisch fundierten Rechtsetzung habe man dem Rechtsgefühl der Masse nachgegeben und auf spektakuläre Einzelfälle sowie auf die öffentliche Empörung reagiert.

Die Folge sei ein Eingriff in die Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger in bisher nicht dagewesenem Ausmaß. Das Strafrecht verliere dadurch die Funktion, als ultima ratio dem Rechtsfrieden der Gesellschaft zu dienen und nur dann zum Tragen zu kommen, wenn keine milderen Mittel zur Verfügung stünden. Auch würde der Bereich zwischen Gefahrenabwehr und Strafverfolgung zusehends verwischt.

An die Stelle dieser Rechtspolitik mahnt der Autor eine Liste dringend notwendiger Reformen im Strafrecht an: Von den Tötungsdelikten bis hin zur Einführung periodischer Sicherheitsberichte.

Den ganzen Artikel gibt es hier auf den Seiten ZEIT.