Glaubst du an Schicksal?
Der Glaube an ein Schicksal steht der Einsicht, dass der Mensch ein selbstbestimmtes Wesen sei, das grundsätzlich frei ist, diametral entgegen.
Weshalb also wird einem Schicksal, das dem Menschen das Gefühl vermittelt, in ihm selbst gefangen und gebunden zu sein, so viel Bedeutung zugemessen? Ich wage die Behauptung, dass das Schicksal deswegen so wichtig zu sein scheint, weil es die Verantwortung für die eigene Freiheit an eine externe Institution zu delegieren vermag.

Damit wäre #sozusagen alles zu dem Thema gesagt. Das Wörterbuch von Grimm hat hierzu den Begriff des Schicksals ausgelegt und eingeordnet. Zunächst geht es also darum, was dem Menschen durch eine Fügung bestimmt ist. Darüber hinaus bekommt das Wort eine religiöse Bedeutung, wenn es als eine personifizierte Macht, die über Menschen waltet, verstanden wird.
Dementsprechend gibt es viele Composita, die sich im Wörterbuch dem Substantiv anschließen und diese Fügung oder personifizierte Macht mit einem Adjektiv verbinden.
Allen begrifflichen Annäherungen ist aber gemein, dass es immer etwas gibt, das der eigenen freiheitlichen Selbstbestimmung im Wege steht. Deswegen ist der Glaube an ein Schicksal letzten Endes nicht nur freiheitshindernd sondern sogar menschenfeindlich.
Damit komme ich auch schon zum Schluss: Wenn nun aber das Schicksal selbst dem Wesenskern des Menschen entgegengestellt ist, so kann auch nach der Vorstellung aller abrahamitischen Religionen der Schöpfergott selbst trotz seiner Allmacht nicht die Wege vorherbestimmen. Weil er den Menschen nach seinem Bilde und damit gottähnlich geschaffen haben soll, muss dieses Geschöpf Mensch ihm gleich die Freiheit zur Entscheidung haben, die Möglichkeit, die Persönlichkeit nach seinen Vorstellungen zu entfalten. Somit ist aber auch die Religion selbst kein Widerpart zur Idee der Freiheit und der Selbstbestimmung sondern legt eine weitere Grundlage für deren Wirksamkeit.
… stay tuned
😄