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Konflikte im Familienunternehmen – und wie Mediation helfen kann, sie zu lösen

Die britische Kollegin Carolyn Hanes hat auf den Seiten von New Landscape Mediation einen Artikel zu diesem Thema veröffentlicht.

Quelle: Conflict and the Family Business – New Landscape Mediation

Sie umschreibt die Vielschichtigkeit solcher Konfliktszenarien sehr gut: Neben den auch in sonstigen Betrieben auftretenden Konflikten und Streitpunkten kommen auch die familiären Bindungen hinzu. Dabei ist durchaus bemerkenswert, dass die Rolle im Betrieb und die Rolle im Unternehmen nicht zwingend übereinstimmen muss, wo auf der einen Seiten Führung verlangt werden kann, ist andererseits gegebenenfalls Unterordnung angezeigt. Oder es kollidieren hierarchisch organisierte Unternehmensstrukturen mit egalitär strukturierten Familien.

Dazu kommen noch die persönlichen Befindlichkeiten und Bedürfnisse, die aufgrund des familiären Kontextes in das Unternehmen mit hineingetragen werden.

Auch können innerhalb Familien durchaus verschiedene Interessen miteinander konkurrieren, die dann im Unternehmen oder in dessen Führung sich kristallisieren.

Letztlich sind die Familienbande auch dafür verantwortlich, dass eine Auseinandersetzung über eine innerunternehmerliche Streitfrage darüber hinaus langfristige schwere Konsequenzen haben können: Sieger und Verlierer finden keine Befriedung sondern die Fortsetzung des Streites in der Familie – oft mit langen und über die Generationen getragenen Auseinandersetzungen.

In diesen Konstellationen kann Mediation für einen Ausgleich der Interessen sorgen – bevor die Situation eskaliert.

Hier kann neben den reinen Sachfragen auch die Besonderheit der familiären Bedürfnisslagen in einem geschützten Rahmen Berücksichtigung finden.

Mediation hat einerseits den Vorteil eines klar strukturierten Verfahrens, andererseits aber, weil die Parteien die eigene Hoheit über das Verfahren behalten, die Flexibilität, die es braucht, um die Konflikte von allen Seiten zu beleuchten und auszuloten und damit lösungsorientiert und bedürfnisgerichtet Lösungen zu erarbeiten.

 

 

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Streit vermeiden oder lieber keinen Streit?

Mediation

Zwischendurch gibt es hier mal was zum Nachhören: Nämlich den Link zu einer Sendung auf detektor.fm:

Konflikte waren das Jahr über öfters Thema des Senders: soll man Streit grundsätzlich vermeiden oder richtig zanken? Ist das wirklich unmöglich oder doch denkbar? Ist Mediation nicht immer eine gute Idee?

Diesen und anderen Fragen gehen detektor.fm-Moderator Christian Bollert und seine Gäste Dominik Wahlig und Sascha Weigel nach.

Dominik Wahlig ist Wirtschaftsmediator und Geschäftsführer des Bundesverbandes Mediation. Sascha Weigel leitet das Institut für Konflikt- und Verhandlungsmanagement INKOVEMA.

Hier gehts zur Sendung: Mediation | Streit vermeiden – Lieber keinen Streit? | Gesellschaft | detektor.fm

 

Gerne steht Ihnen Rechtsanwalt Hoheisel-Gruler für weitere Fragen zum Thema auch telefonisch zur Verfügung. Die Kanzlei bietet hierzu des Service einer telefonischen Beratung unter der kostenpflichtigen Servicenummer 0900-1876000021 an.

Es werden 1,99 Euro pro Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom berechnet. Aus Mobilfunknetzen wird zum Teil vom Netzbetreiber ein Aufschlag berechnet. Der jeweilige Minutenpreis wird aber immer vor Gesprächsbeginn kostenlos angesagt.

Die Einzelheiten hierzu finden Sie hier.

Gezieltere Anfragen zum Thema sind auch über mein Portal www.anwalteasy.com möglich.

Weitere Informationen zum Themenbereich „Mediation“ finden Sie hier.

Fragen – Zuhören – Zusammenfassen

Im Konfliktbearbeitungsprozess sind drei verschiedene Tätigkeiten von besonderer Bedeutung. Allen dreien ist gemeinsam, dass sie zwar ein aktives Tun erfordern, welches aber grundsätzlich anders ausgeprägt ist.

Aufgabe in der Mediation ist es nun, diese drei Prozesse anzuregen, zu unterstützen und zu begleiten

Die richtige Fragetechnik ist hierbei eine Kunst – denn gekonntes Fragestellen eröffnet dem Gefragten die Horizonte, die der Konflikterhellung dienen können.

Hierbei ist zu beachten, dass wir von folgender Grundannahme ausgehen: Wir als aktive Subjekte stellen Fragen an unsere Umgebung – denn uns stellt sich eine bestimmte Situation in einem ganz bestimmten Kontext dar. In den seltensten Fällen geht es nun um Feststellungen einer unumstößlichen objektiven Wahrheit. Meist werden Eindrücke und Erfahrungen überlagert von subjektiven Empfindungen oder in einen bereits vorhandenen Bestand an ähnlichen Erfahrungen und Eindrücken eingelagert.

Die Fragen, die wir nun stellen, sind gleichfalls in einem entsprechenden Kontext eingebettet. Denn auf die Frage erwarten wir ein feed-back – welches dann wiederum an die mit der Frage verbundenen Erwartungen verknüpft wird. Je nach dem, wie die mit der Frage verbundene Erwartung nun erfüllt oder enttäuscht wird, entscheidet sich, wie weiter gefragt werden wird.

So gesehen lassen sich nun verschiedene Fragetypen klassifizieren – von der offenen Frage, die einem breiten Spektrum Raum lässt bis hin zu der Suggestionsfrage.

Einen interessanten Beitrag hierzu hat Alan Sharland hier unter dem Titel „questionning“ veröffentlicht.

Fast noch schwieriger als das Fragen gestaltet sich das – aktive – Zuhören und das Zuhören – können. Denn das richtige aktive Zuhören verlangt, dass das vom Sender mitgeteilte vom Empfänger so verstanden werden kann, wie es vom Sender verlangt wird. Das hört sich zwar zunächst einfach an, problematisch aber ist es, wenn die Filter zwischen Sender und Empfänger nicht oder nicht richtig funktionieren.

Genau hier haben wir eines der zentralen Probleme, mit dem wir  in der Mediation arbeiten müssen. Denn die Diskommunikation und das Nichtverstehenkönnen oder Nichtverstehenwollen sind ja die Hintergründe dafür, dass die Parteien ohne Hilfe nicht zurande kommen.

Das aktive Zuhören bedeutet auch, dass der Sender darin unterstützt wird, sich so zu artikulieren, dass das Gesendete und das Empfangene eine größtmögliche Übereinstimmung erhält.

Alan Sharland hat hier weitere Überlegungen unter der Überschrift „listening“ zusammengefassst.

 

Zuhören und Fragen verlangt ein gegenseitiges Senden und Empfangen – und damit ein gekonntes und richtiges Zusammenfassung des Erfahrenen.

Hierzu gehört neben der Wiedergabe des akkustisch Vernommenen auch die Wiedergabe der nonverbalen Äußerungen – wie beispielsweise Tonfall oder Körperhaltung.

Und besonders wichtig ist das permanente Überprüfen ob das Vernommene auch so gesendet werden sollte – also das dauerhafte Infragestellen der eigenen Wahrnehmung und die zugehörige Evaluation.

 

Nachdem nun die Medianten im Verlaufe des Prozesses zunehmend befähigt werden sollen, die gestörte Kommunikation zwischen ihnen wieder herzustellen ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die oben genannten Punkte nicht nur zwischen Mediator und derzeitigem Gesprächspartner beachtet werden, sondern dass darauf geachtet wird, dass der jeweils andere Partner bei diesem Prozess mitgenommen wird und auf Augenhöhe bleibt. Es handelt sich daher um ein mehrdimensionales in sich vernetztes Kommunikationsmodell.

 

Gerne steht Ihnen Rechtsanwalt Hoheisel-Gruler für weitere Fragen zum Thema auch telefonisch zur Verfügung. Die Kanzlei bietet hierzu des Service einer telefonischen Beratung unter der kostenpflichtigen Servicenummer 0900-1876000021 an.

Es werden 1,99 Euro pro Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom berechnet. Aus Mobilfunknetzen wird zum Teil vom Netzbetreiber ein Aufschlag berechnet. Der jeweilige Minutenpreis wird aber immer vor Gesprächsbeginn kostenlos angesagt.

Die Einzelheiten hierzu finden Sie hier.