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Fünf Argumente, die für Mediation bei Trennung und Scheidung sprechen

Die nachstehende Seite befasst sich zwar mit den Vorteilen, die es mit sich bringt, wenn man in Bloomington (IL) sich im Trennungskonflikt in Mediation begibt.

Quelle: 5 Benefits of Choosing Divorce Mediation in Bloomington, IL

Die hier genannten Überlegungen reichen aber grundsätzlich über die US-amerikanischen Verhältnisse hinaus und können auch für Menschen, die in Deutschland von Trennung und/oder Scheidung betroffen sind, Geltung beanspruchen.

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An erster Stelle wird privacy genannt: Die Vertraulichkeit ist ein unverzichtbares Element aller Konfliktlösungsprozesse. Was in der Mediation besprochen wird, bleibt unter den Medianten und dem Mediator höchst vertraulich. Dieses gegenseitige Vertrauen ist wichtig, damit hier alle Tatsachen auf den Tisch kommen können, die zur Konfliktlösung wichtig sind. Gleichzeitig hilft die Vereinbarung der Vertraulichkeit, dass diese Tatsachen und offenbarten Daten nicht in einem etwaigen sich anschließenden gerichtlichen Verfahren verwendet werden können – sollte die Mediation nicht zum umfassenden Erfolg führen. Gerade dieser Umstand findet sich nicht immer im Bewusstsein der Konfliktparteien: Im streitigen Verfahren vor dem Gericht gelten die Regeln des FamFG, und damit auch die hierzu gehörigen Beweislastregeln. Das kann gerade in vermögensrechtlichen Auseinandersetzungen vor Gericht zu erheblichen Schwierigkeiten führen. Durch die Vertraulichkeitsvereinbarung können also Gegenstände in die Mediation eingeführt und verhandelt werden, bei denen im gerichtlichen Verfahren die Behandlung mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden sein könnten.

Als zweites wird cost-effectiveness angeführt: Das Kostenargument findet sich immer wieder, wenn es darum geht, Vorteile der Mediation herauszustellen. Zur Ehrlichkeit und Wahrheit gehört aber auch, dass die Kosten für ein Mediationsverfahren in der Regel nach Stundensätzen berechnen. Im Gegensatz zu den Kosten und Gebühren nach Verfahrenswerten im gerichtlichen Verfahren (wenn dort keine Honorarvereinbarung getroffen wird) hängt also die Höhe der Kosten einer Mediation entscheidend davon ab, wieviel Zeit für das Verfahren gebraucht wird. Darüber hinaus fallen bei einer erfolgreichen Mediation gegebenenfalls auch noch die Kosten für die notarielle Beurkundung einer Scheidungsfolgenvereinbarung an – und schließlich bedarf es für den Ausspruch der Scheidung immer noch eines gerichtlichen Verfahrens (das aber dann schlanker und mit geringeren Verfahrenswerten und unter Umständen nur einer anwaltlichen Vertretung geführt werden kann). Man muss sich aber immer vor Augen halten, dass die Mediation selbst auf dem Grundsatz der Freiwilligkeit beruht und daher von jeder Konfliktpartei jederzeit ohne weitere Angabe von Gründen beendet werden kann. Dann wären die bis dahin angefallenen Kosten „in den Sand gesetzt“.

An dritter Stelle folgt dann expediency: Der Grundsatz der Zweckmäßigkeit ist hier auch mit einem Zeitmoment versehen. Eine Mediation kann schnell gehen, wenn hier effektiv und zielgerichtet gearbeitet werden kann – und das ist durchaus eine Alternative zu unter Umständen langwierigen gerichtlichen Verfahren. Dabei ist zu bedenken, dass in einem etwa notwendigen sich anschließenden Scheidungsverfahren dann, wenn der Versorgungsausgleich durchgeführt werden muss, ohnehin mit einer Verfahrensdauer von mindestens einem halben Jahr zu rechnen ist. Auch in der Mediation gilt der Satz, den schon der Prophet Kohelet geprägt hatte: „Ein jedes Ding hat seine Zeit.“ Der entscheidende Vorteil im Mediationsverfahren ist darin zu sehen, dass die Mediant*innen jederzeit die Oberhoheit über ihr Verfahren in den eigenen Händen haben und Subjekte des Handelns in jeder Phase bleiben. Tatsächlich ist es durchaus auch so, dass, wenn zügig eine Vereinbarung über alle Scheidungsfolgen getroffen werden kann, eine Neuausrichtung des Lebens besser funktioniert und das sich anschließende gerichtliche Verfahren nur noch eine Formalie darstellt. Die Befreiung von den Belastungen der ungeklärten Fragen stellt daher den eigentlichen Vorteil der Zweckmäßigkeit dar.

Als vierter Punkt wird control genannt. Dies hängt mit der bereits oben dargestellten Rolle im Mediationsprozess zusammen: Die Parteien sind und bleiben die Akteure und damit die handelnden Subjekte im Verfahren. Mediation ist selbstbestimmt, ein gerichtliches Verfahren stellt dagegen immer eine Form der Fremdbestimmung – sei es durch das erkennende Gericht, das den Verfahrensgang durch entsprechende Verfügungen bestimmt, seien es die anwaltlichen Vertreter*innen, die durch ihre Verfahrensführung sich und ihre Beteiligten positionieren – dar.

Abschließendes Argument ist ease: Ob Mediation tatsächlich leichter und weniger belastend ist, liegt natürlich in der Hand der Medianten. Die Selbstbestimmtheit des Verfahrens und die Erfahrung, das eigene Schicksal selbst in die Hand genommen zu haben und eine Krise durch eigenes Zutun gemeistert zu haben, vermag dann zumindest nach Abschluss des Verfahrens ein hohes Maß an Zufriedenheit aufscheinen lassen. Auch dies hat natürlich wiederum mit der Selbstbestimmung zu tun: Selbst wenn ein Mediationsprozess anstrengend ist – und es ist auch davor zu warnen, dass es sich nicht um ein Wohlführverfahren handelt, Gefühlsausbrüche sind nicht selten und haben hier – anders als vielleicht im Gerichtssaal – durchaus ihre Berechtigung. Es kann psychisch sehr belastend sein, gegebenenfalls auch für beide an die Grenzen einer Erträglichkeit gehen: Aber es ist dann auch die Aufgabe des Mediators, hier behutsam das Verfahren zu steuern, sowohl den Gefühlen ihren berechtigten Raum zu geben, als auch der Reaktion hierauf. Die Vereinbarung von Umgangsregeln führt eben hier dazu, dass Belastungen kommuniziert werden können – und auch wahrgenommen. Deswegen ist es tatsächlich so, dass am Ende die Erkenntnis stehen kann: „mediation is a much easier, less stressful process“.

Die auf der Seite genannten Argumente sind also keineswegs so, dass sie unbestritten nur Vorteile aufzeigen: Jedes einzelne hat sein eigenes „für und wieder“ – zusammengenommen bleibt aber die Erkenntnis, dass der Weg, eine Trennung und/oder Scheidung über eine Mediation einer einvernehmlichen und selbstverantworteten Lösung zuzuführen, ein guter und lohnenswerter sein kann.

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Überlegungen eines Anwalts zu Mediation und ADR

Heute kommt mein Netzschnipsel aus Frankreich:

Quelle: Réflexions d’un Avocat devenant Médiateur – Quels sont les avantages de recourir à une médiation ?

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Ein dort ansässiger Anwalt (früher hätte ich Kollege geschrieben, aber nachdem ich meine Anwaltszulassung nun seit über einem Jahr freiwillig zurückgegeben habe geht das nun eben nicht mehr) denkt laut über seinen Beruf und seine Berufung nach – und er fächtert die ganze Bandbreite auf, von der juristischen Sicht auf die Dinge und dem Unterschied zwischen juristischem und „normalem“ Denken bis hin zur Frage, wer in dem System der Konfliktlösung welche Rolle inne hat und wie die Rollen ausgefüllt sind.
Natürlich sind daneben auch die soft skills, wie ich sie nennen möchte: Die Kosten für die anwaltliche Tätigkeit, die Kosten, die der Betrieb einer Anwaltskanzlei mit sich bringt, das Gerichtssystem, die langen Verfahrensdauern, die Insolvenzrisiken und vieles mehr. Dennoch wundert sich der französiche Anwalt, warum Mediation und ADR nicht die Alternativen sind, auf die trotz der Widrigkeiten des „klassischen“ Systems gerne zurückgegriffen wird.

Ich denke, dass das auch darin verhaftet ist, dass wir eben über ein ausgeklügeltes Rechtssystem verfügen, in dem das Verfahrensrecht und das materielle Recht die Richtung vorgibt – also etwas, auf was man sich zu verlassen können glaubt.

Dann ist in einem Konflikt durchaus die eigene Situation nicht unbedingt so souverän, dass man das eigene Schicksal gerne und selbstbewusst in die Hände nehmen will.

Letztlich gibt es auch innerhalb eines Konfliktes auch strukturelle Unterschiede, die überwunden sein müssen oder wollen: Angefangen von der gelebten Rollenverteilung in der konkreten Ehe oder nichtehelichen Lebensgemeinschaft, tatsächlich gelebter, oder erlebter oder so empfundener Über- und Unterordnung über die unterschiedliche Verteilung von Kräften im Mieter-/Vermieterkonflikt bis hin zu arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen.

Es gehört also einiges dazu, wenn man selbstbewusst den Schritt außerhalb der bewährten Pfade wählt. Dabei reichen die allseits bekannten Verlockungen nicht aus: Kostenargument, Zeitargument, am Ende auch eine Vereinbarung in Aussicht, die so gut ist wie ein Urteil oder Beschluss…

Es geht vielmehr darum, die Menschen in ihrer Konfliktsituation ernst zu nehmen und sie zu befähigen, diesen Weg der Mediation oder ADR zu gehen – dabei sicherzustellen, dass Verfahren installiert werden, die Ungleichkeiten ausgleichen, dass ein Klima des Hörens und Gehörtwerdens und vor allen Dingen des Ernst-genommen-werdens installiert wird.

Wenn solches gelingt und auch überzeugend vermittelt werden kann, dann braucht sich Mediation oder ein anderes ADR-Verfahren nicht im Wettbewerb mit den klassischen forensischen Verfahren messen.

Klar ist aber auch, und da darf man sich keinen falschen Hoffungen hingeben: Eine gut funktionierende Judikatur auch in zivilrechtlichen Belangen ist ein wesentlicher Grundpfeiler des auskömmlichen Miteinanders in einer demokratisch verfassten Zivilgesellschaft. Und das ist auch gut so. Gleichwohl ist Mediation auch Ausdruck bürgerrechtlicher Selbstbestimmung – und das ist mindestens ebenso wichtig.

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Eltern bleiben – auch nach der Trennung

Im Internet bin ich auf einen Erfahrungsbericht gestoßen, der die Probleme des Eltern-Bleibens nach einer Trennung anschaulich beschreibt:
— Weiterlesen livebysurprise.com/2014/02/why-parenting-coordination-didn-work.html

Tatsächlich gibt diese Erfahrungsbericht tiefe Einblicke und Hinweise, was alles wo und wie falsch laufen kann. Tatsächlich erscheint es mir so, dass weder die Bedürfnisse der ehemaligen Partner hinreichend erörtert wurden, noch, dass die Kinder als Subjekte im Trennungskonflikt behandelt wurden.

Statt dessen wurden beide Konfliktparteien in einen Machtkampf getrieben, der sich in einem kleinteiligen Klein-Klein ergab: Bettzeit für die Kinder – dranhalten oder nicht – und warum nicht? klein beigeben? Etc. Etc. …

Was aber fehlt, ist, die Menschen in ihrem Konflikt in ihrer konkreten Situation abzuholen – die Perspektive zu wandeln, eine zukunftsfähige Option zu entwickeln. Solange sich beide Konfliktparteien aber noch in ihren kleinen Beharkungen verbunden sind und hierauf die Energie gelenkt wird, fehlt es an der Befähigung, tatsächlich Eltern bleiben zu kommen. Statt dessen geht es darum, dem anderen zu zeigen, der bessere Elternteil zu sein und dem anderen seine Unfähigkeit zu beweisen. Das aber enthält nur zerstörerische Energie, die letztlich den Kindern maximal Schaden zufügen kann.

Das ist eben auch eine Aufgabe in der Mediation: die Befähigung zum Eltern sein und Eltern bleiben zu unterstützen und wieder herzustellen. Dazu gehört, die Alltagskonflikte einzuordnen und die dahinter liegenden Bedürfnisse und Beweggründe zu erörtern.

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Mediation als Prozess zur Problemlösung

Prof. Lawrence Susskind hat sich in einem lesenswerten Beitrag mit einer weitergehenden Definition der Mediation angenommen:
— Weiterlesen www.pon.harvard.edu/daily/mediation/mediation-as-problem-solving/

Dabei geht er über die ansonsten vornehmlich in der angloamerikanischen Literatur verwendeten Unterscheidung zwischen gerichtlicher und alternativer Streitentscheidung hinaus und entwickelt einen eigenständigen Ansatz, der sich von der gerichtlichen Lösung deutlich unterscheidet.

Dadurch erreicht er einen Perspektivenwechsel auf die am Problem Beteiligten Menschen und deren Bedürfnisse.

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Konflikte in Familien – und die Wege, sie zu lösen

Nachstehend zitierte Seite hat eine ganze Menge Fragen zum Thema Konflikte in Familien aufgeschrieben – und die Autor*innen haben sich dabei auch Gedanken gemacht, wie diese Konflikte zu lösen sind

Quelle: Fighting Families – Discuss

Die eine Nachricht ist die: Es gibt nicht den Königsweg – und alle, die einen solchen anpreisen, bieten in Wirklichkeit einen Holzweg an.

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Es lohnt aber dennoch, sich diesen auf dieser Seite aufgeworfenen Fragen näher zu widmen.

Dabei muss man wissen, dass die Macher*innen dieser Seite nicht ganz unvoreingenommen sind, denn sie haben alle mehr oder weniger gute oder eher schlechte Erfahrungen mit dem traditionellen gerichtlichen Familienrechtssystem gemacht. Hinzu kommt, dass diese Erfahrungen offensichtlich im anglo-amerikanischen Rechtskreis gemacht wurden, der sich von den verfahrensrechtlichen aber auch materiellrechtlichen Grundlagen des Familienrechts deutlich unterscheidet.

Gleichwohl: Die Kernaussagen und die Fragen, die dorthin führen, können auch für die deutschen Verhältnisse Gültigkeit beanspruchen.

Es gilt also, zu hinterfragen, wer die Akteuere in diesem vielschichtigen System sind, von den Beteiligten über die betroffenen Kinder über die Eltern und Schwiegereltern und die Freund*innen bis hin zu den Anwält*innen und Richter*innen. Alle haben eine bestimmte Rolle in diesem System – und man darf keine dieser Genannten irgendwie vernachlässigen.

Das führt zur nächsten Fragestellung: Wie können die Beteiligten wieder die Oberhoheit über ihr Leben und ihr Schicksal wieder zurückerhalten – wie können sie selbst sich in der konkreten Situation einordnen – und wie können Sie mit beiden Füßen wieder auf den Boden kommen oder dort bleiben?

Wenn es also gelingen kann, die Beteiligten hier in einem geschützten Setting unter Anleitung und Begleitung eines allparteilichen Dritten – dem Mediator – zu begleiten, kann ein wesentlicher Perspektivwechsel erfolgen:

Die Beteiligten sind dann nicht dem Gefühl ausgesetzt, ohnmächtige Objekte in einem vielstimmigen Konzert vieler unterschiedlicher Interessen zu sein, sondern selbst diejenigen, die das Heft in der eigenen Hand behalten können.

Das ist aufgrund der Vielschichtigkeit familiärer Konflikte nicht einfach – und es bedarf daher einer guten und gründlichen Konfliktklärung und Konfliktbegleitung. Ein Königsweg ist das – siehe oben – nicht in jedem Falle. Und auch dann, wenn dieser Weg eingeschlagen wird, ist er nur dann erfolgsversprechend, wenn das Setting und das gemeinsame Vorgehen klar strukturiert und formalisiert ablaufen – aber die inhaltliche Ausgestaltung muss den jeweiligen individuellen Bedürfnissen angepasst sein.

Hier gibt es – abseits der gerichtlichen Auseinandersetzung von Ehewohnung über Haushaltsgegenstände, Kinder, Unterhalt und Vermögensauseinandersetzung  – viele alternative Möglichkeiten, die gemeinsam erörtert und erarbeitet werden können.

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Acht Faktoren, die eine Trennung oder Scheidung begünstigen können

Was sind die Faktoren, die eine Trennung oder Scheidung begünstigen können?

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Die nachfolgend zitierte Seite führt hier acht verschiedene Faktoren auf, die allesamt dazu beitragen können, dass eine Beziehung oder Ehe in die Brüche gehen könnte.

Quelle: 8 Things That Predict Divorce, According to Science | Science Times

Diese Daten beruhen auf verschiedenen wissenschaftlichen Erhebungen.
Was können wir daraus für Schlüsse ziehen? Es reicht sicherlich nicht aus, eine konkrete Trennungssituation an diesen Kriterien zu messen, um dann ein Urteil über das Schicksal der Betroffenen fällen zu können.

Aber gerade wenn es darum geht, Trennung und Scheidung in einem Mediationsprozess zu begleiten und deren Folgen einer Lösung zuzuführen, sind diese Erkenntnisse durchaus hilfreich. Die Verifizierung oder Falsifizierung dieser jeweiligen Annahmen aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen im Rahmen der Konfliktklärung kann dabei helfen, Brücken zu finden, auf denen ein wechselseitiges Verständnis in der konkreten Situation aufgebaut werden kann.

Denn entscheidend ist, dass der Konflikt umfassend geklärt werden kann und die jeweiligen Sichtweisen der Konfliktpartner*innen entsprechend dargestellt werden können und auch gewürdigt werden. Das stellt mitunter eine gewaltige Herausforderung dar – vorallem dann, wenn beide Konfliktparteien aus einem System kommen, wie in den beschriebenen Faktoren erläutert, und deswegen von sich aus die Sprache gar nicht auf diese Problemzone richten können.

Eine behutsame Klärung und Hinführung durch den Mediator kann hierbei helfen, einen gemeinsamen blinden Fleck aufzuhellen und damit den Weg für eine einvernehmliche Lösung zu bereiten.

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Großeltern – Umgang – Mediation

Nicht nur im Vereinigten Königreich, wie sich aus nachstehendem Beitrag ergibt:

Quelle: Grandparents Family Mediation Service Overseas UK and Europe

gibt es immer wieder Schwierigkeiten, wenn Großeltern ihre Enkelkinder nicht sehen können oder nicht dürfen.

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Nach deutschem Recht gibt es ein Umgangsrecht aus § 1685 BGB, die Hürden aus der unscheinbaren Vorschrift sind allerdings hoch:

§ 1685 Umgang des Kindes mit anderen Bezugspersonen

(1) Großeltern und Geschwister haben ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient.
(2) Gleiches gilt für enge Bezugspersonen des Kindes, wenn diese für das Kind tatsächliche Verantwortung tragen oder getragen haben (sozial-familiäre Beziehung). Eine Übernahme tatsächlicher Verantwortung ist in der Regel anzunehmen, wenn die Person mit dem Kind längere Zeit in häuslicher Gemeinschaft zusammengelebt hat.
(3) § 1684 Abs. 2 bis 4 gilt entsprechend. Eine Umgangspflegschaft nach § 1684 Abs. 3 Satz 3 bis 5 kann das Familiengericht nur anordnen, wenn die Voraussetzungen des § 1666 Abs. 1 erfüllt sind.

Die positiv festzustellende Dienlichkeit für das Kindeswohl stellt in den allermeisten Fällen eine Hürde dar, die in gerichtlichen Verfahren schwerlich oder kaum genommen werden kann.

Dazu kommt noch en Weiteres:

Wie bei anderen Umgangsverfahren auch ist selbst eine Entscheidung eines Gerichts das Eine, die Umsetzung in der Praxis das Andere – und der Phantasie und Kreativität sind oftmals keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, der anderen Seite ein Recht zu verwehren. Das mag man zwar bedauern, ist aber leider Realität. Die Vollstreckung aus einem Umgangstitel ist dann zwar der nächste, unvermeidbare Schritt – das kostet aber Zeit, Nerven und verbessert die Situation auch nicht unbedingt.

Die Regelung von Besuchs- und Umgangskontakten ist ein vielschichtiges Thema, bei dem die unterschiedlichsten Positionen und Bedürfnisse aufeinander prallen können. Das Rekurrieren auf tatsächliche oder vermeintliche gesicherte Rechtspositionen hilft aber hier nicht weiter: Was tatsächlich im Interesse der von dem Streit betroffenen Kindern liegt, müssen die Konfliktparteien miteinander nicht nur verhandeln, sondern auch übereinstimmend bejahen können.

Hierbei kann Mediation ein hilfreiches Intstrument sein: Sie bietet allen Beteiligten den geschützten Raum, den es braucht, um die Themen offen an- und aussprechen zu können. Sie bietet die Zeit, die es braucht, um die Bedürfnisse zu artikulieren und auszusprechen – ebenso, wie die Wahrnehmung solcher Bedürfnisse und die grundsätzliche Anerkennung auf der anderen Seite. Sie kann den Raum schaffen, den es braucht, Hinderungsgründe, Ängste, Befürchtungen zu transportieren, Instrumentalisierungen von Kindern zu vermeiden, Verfahren zu formulieren und den Blick zu wechseln: von den eigenen Interessen im Konflikt hin zu den Bedürfnissen der betroffenen Kinder.

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Gefühle fühlen – was hat das mit Mediation zu tun?

Im Netz bin ich auf nachstehenden Artikel gestoßen:

Quelle: How to Feel Your Feelings and What That Will Do for Your Life

Wie man also lernt, Gefühle zu fühlen – und was das mit einem machen kann. Dieser Text ist eher psychologisch und selbstreflexiv gehalten. Es ist so etwas wie eine kleine Handreichung, sich selbst ein Stück weit besser kennen zu lernen und mit seiner Gefühlswelt umgehen zu lernen.

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Dabei ist das Versprechen, dass die Überschrift suggeriert (How to do this and that – auf der einen Seite und das What That Will Do for Your Life – auf der anderen) nur ein Aufhänger, sich darüber Gedanken zu machen, wie Gefühle – und das Fühlen von Gefühlen – in der Mediation eingesetzt werden kann.

Mediation ist eines bestimmt nicht: eine therapeutische Veranstaltung.

Aber es geht darum, einen Konflikt in seiner Vielschichtigkeit zu klären und Bedürfnisse im Zusammenhang mit diesem zu artikulieren. Da sind – anders wie bei rein sachorientierten Lösungsoptimierungen – Gefühle nicht nur ein wichtiger Gradmesser, sondern auch ein Teil der Persönlichkeit, der bei der Klärung und Lösung nicht unterdrückt sein mag – sondern seinen Platz und seine Berechtigung hat.

Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt: Kann der Mediant/die Mediantin an dieser Stelle seine/ihre Gefühle fühlen. Sind diese echt oder überlagert von einem Schmerz oder einem Verlangen oder sonst was? Sind verbale Äußerung und nonverbale Kommunikation in sich stimmig – und wie fühlt sich das für die betroffenen Menschen in dem Moment an?

Das kann in die Tiefe der verschiedenen Persönlichkeits- und Konfliktebenen gehen, und man muss den Mediant*innen auch den Weg eröffnen, hier wieder herauszukommen.

Aber ein kluges Handling auch der Gefühlswelt – und hierbei die Ermutigung, tatsächlich Gefühle zu fühlen und ihnen nachzuspüren – vermögen der Konfliktlösung wichtige Impulse bei der Lösungsunterstützung bieten.

Es ist dann zwar nicht das große Versprechen: What That Will Do for Your Life! – aber das hat ja auch niemand behauptet. Es ist ein kleiner, aber wertvoller Baustein bei der Lösung von Problemsituationen.

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Wie Mediation funktionieren kann..

Das ist das Thema eines Artikels auf den Seiten der Harvard Law School:

Quelle: How Mediation Works When Both Parties Agree They Need Help Resolving the Dispute – PON – Program on Negotiation at Harvard Law School

Wenn beide Konfliktparteien darin übereinstimmen, dass sie bei der Lösung ihres Konflikts externe Hilfe in Anspruch nehmen sollten, dann ist Mediation ein sicherlich brauchbares Hilfsmitteln hierzu.

Weil eine gerichtliche Entscheidung eben Gewinner und Verlierer zurücklässt, ein dahinter liegender Konflikt aber auch vielschichtiger sein kann, ist die zuerst genannte Erkenntnis ein erster, aber wichtiger Schritt.

Interessant an dem genannten Artikel ist auch, dass er nicht nur darüber belehrt, wie gut und richtig und wichtig Mediation ist – hiervon gibt es wahrlich mehr als genügend davon – und schließlich preist jeder Krämer seine Ware.

Hier wird das – im Übrigen auch in der Mediation zur Anwendung kommende – Instrument des Perspektivwechsels eingesetzt und aus der Sicht der Medianten eine Problemstellung nebst passenden Lösungstipps vorgestellt.

Nur wenn zu Ende im Beispiel der Mediator seine Rolle als allparteilicher Vermittler, der die Parteien zu einer eigenständigen Lösung anleitet und unterstützt, verlässt, ist m.E. Kritik angebracht: Der Mediator soll gerade nicht „Vergleichsvorschläge“ unterbreiten oder ins Spiel bringen, sondern die Konfliktparteien darin unterstützen, selbst am Ende ein Ergebnis zu erarbeiten. Wenn im Artikel also steht:

„The mediator proposes that you accept $1.5 million, along with various other commitments from the manufacturer.“

…dann ist das mit einer guten mediativen Praxis nicht vereinbar.

„A mediator doesn’t propose anything“

wäre die richtige Antwort gewesen.

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Mediation: Es gibt nicht den einen richtigen Weg

Die Harvard Law School hat eine kleine Typisierung von Mediationsarten und Formen vorgenommen:

Quelle: Types of Mediation: Choose the Type Best Suited to Your Conflict – PON – Program on Negotiation at Harvard Law School

Dabei wird ersichtlich, dass es eben nicht den einen richtigen Weg gibt. Es kommt vielmehr entscheidend darauf an, welches Ziel mit dem Verfahren erreicht werden soll, und was die Medianten hierzu vereinbaren.

Richtigerweise kann man den Konfliktparteien hier zwar Vorschläge unterbreiten, insgesamt geht es doch darum, soweit zu Beginn des Vefahrens zu informieren, dass auch eine Möglichkeit zur Auswahl besteht.

In der Praxis werden die Medianten mit einem Anliegen kommen, das heißt, man wolle einen Konflikt gelöst bekommen. Der Weg dorthin, die Unterstützung durch den allparteilichen Mediator, Begleitung und Unterstützung von rechtsberatender, anwalticher Seite u.v.m.

Weil Konfliktlösung und deren Unterstützung ein kommunikatives Werkzeug ist, können auf diesem Wege auch die Arten, wie man vom P?roblem zur Lösung gelangt, vielfältig sein. Das Beharren auf einen richtigen Weg und die eine Methode stellt vermutlich schon selbst für sich genommen ein Problem dar.

Von daher ist den Macher*innen des PON zu danken, hier mit der Typisierung einen ersten Schritt zur Klassifizierung und Unterscheidung gemacht zu haben.