Archiv der Kategorie: Unterhalt

Gefühle fühlen – was hat das mit Mediation zu tun?

Im Netz bin ich auf nachstehenden Artikel gestoßen:

Quelle: How to Feel Your Feelings and What That Will Do for Your Life

Wie man also lernt, Gefühle zu fühlen – und was das mit einem machen kann. Dieser Text ist eher psychologisch und selbstreflexiv gehalten. Es ist so etwas wie eine kleine Handreichung, sich selbst ein Stück weit besser kennen zu lernen und mit seiner Gefühlswelt umgehen zu lernen.

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Dabei ist das Versprechen, dass die Überschrift suggeriert (How to do this and that – auf der einen Seite und das What That Will Do for Your Life – auf der anderen) nur ein Aufhänger, sich darüber Gedanken zu machen, wie Gefühle – und das Fühlen von Gefühlen – in der Mediation eingesetzt werden kann.

Mediation ist eines bestimmt nicht: eine therapeutische Veranstaltung.

Aber es geht darum, einen Konflikt in seiner Vielschichtigkeit zu klären und Bedürfnisse im Zusammenhang mit diesem zu artikulieren. Da sind – anders wie bei rein sachorientierten Lösungsoptimierungen – Gefühle nicht nur ein wichtiger Gradmesser, sondern auch ein Teil der Persönlichkeit, der bei der Klärung und Lösung nicht unterdrückt sein mag – sondern seinen Platz und seine Berechtigung hat.

Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt: Kann der Mediant/die Mediantin an dieser Stelle seine/ihre Gefühle fühlen. Sind diese echt oder überlagert von einem Schmerz oder einem Verlangen oder sonst was? Sind verbale Äußerung und nonverbale Kommunikation in sich stimmig – und wie fühlt sich das für die betroffenen Menschen in dem Moment an?

Das kann in die Tiefe der verschiedenen Persönlichkeits- und Konfliktebenen gehen, und man muss den Mediant*innen auch den Weg eröffnen, hier wieder herauszukommen.

Aber ein kluges Handling auch der Gefühlswelt – und hierbei die Ermutigung, tatsächlich Gefühle zu fühlen und ihnen nachzuspüren – vermögen der Konfliktlösung wichtige Impulse bei der Lösungsunterstützung bieten.

Es ist dann zwar nicht das große Versprechen: What That Will Do for Your Life! – aber das hat ja auch niemand behauptet. Es ist ein kleiner, aber wertvoller Baustein bei der Lösung von Problemsituationen.

Wie Mediation funktionieren kann..

Das ist das Thema eines Artikels auf den Seiten der Harvard Law School:

Quelle: How Mediation Works When Both Parties Agree They Need Help Resolving the Dispute – PON – Program on Negotiation at Harvard Law School

Wenn beide Konfliktparteien darin übereinstimmen, dass sie bei der Lösung ihres Konflikts externe Hilfe in Anspruch nehmen sollten, dann ist Mediation ein sicherlich brauchbares Hilfsmitteln hierzu.

Weil eine gerichtliche Entscheidung eben Gewinner und Verlierer zurücklässt, ein dahinter liegender Konflikt aber auch vielschichtiger sein kann, ist die zuerst genannte Erkenntnis ein erster, aber wichtiger Schritt.

Interessant an dem genannten Artikel ist auch, dass er nicht nur darüber belehrt, wie gut und richtig und wichtig Mediation ist – hiervon gibt es wahrlich mehr als genügend davon – und schließlich preist jeder Krämer seine Ware.

Hier wird das – im Übrigen auch in der Mediation zur Anwendung kommende – Instrument des Perspektivwechsels eingesetzt und aus der Sicht der Medianten eine Problemstellung nebst passenden Lösungstipps vorgestellt.

Nur wenn zu Ende im Beispiel der Mediator seine Rolle als allparteilicher Vermittler, der die Parteien zu einer eigenständigen Lösung anleitet und unterstützt, verlässt, ist m.E. Kritik angebracht: Der Mediator soll gerade nicht „Vergleichsvorschläge“ unterbreiten oder ins Spiel bringen, sondern die Konfliktparteien darin unterstützen, selbst am Ende ein Ergebnis zu erarbeiten. Wenn im Artikel also steht:

„The mediator proposes that you accept $1.5 million, along with various other commitments from the manufacturer.“

…dann ist das mit einer guten mediativen Praxis nicht vereinbar.

„A mediator doesn’t propose anything“

wäre die richtige Antwort gewesen.

Mediation: Es gibt nicht den einen richtigen Weg

Die Harvard Law School hat eine kleine Typisierung von Mediationsarten und Formen vorgenommen:

Quelle: Types of Mediation: Choose the Type Best Suited to Your Conflict – PON – Program on Negotiation at Harvard Law School

Dabei wird ersichtlich, dass es eben nicht den einen richtigen Weg gibt. Es kommt vielmehr entscheidend darauf an, welches Ziel mit dem Verfahren erreicht werden soll, und was die Medianten hierzu vereinbaren.

Richtigerweise kann man den Konfliktparteien hier zwar Vorschläge unterbreiten, insgesamt geht es doch darum, soweit zu Beginn des Vefahrens zu informieren, dass auch eine Möglichkeit zur Auswahl besteht.

In der Praxis werden die Medianten mit einem Anliegen kommen, das heißt, man wolle einen Konflikt gelöst bekommen. Der Weg dorthin, die Unterstützung durch den allparteilichen Mediator, Begleitung und Unterstützung von rechtsberatender, anwalticher Seite u.v.m.

Weil Konfliktlösung und deren Unterstützung ein kommunikatives Werkzeug ist, können auf diesem Wege auch die Arten, wie man vom P?roblem zur Lösung gelangt, vielfältig sein. Das Beharren auf einen richtigen Weg und die eine Methode stellt vermutlich schon selbst für sich genommen ein Problem dar.

Von daher ist den Macher*innen des PON zu danken, hier mit der Typisierung einen ersten Schritt zur Klassifizierung und Unterscheidung gemacht zu haben.

Alternativen online: Von Mediation und Kartenspiel

Auf der Seite von NWMediationSolutions, einem im vereinigten Königreich, genauer in Manchester, Lancashire, Cheshire und Derbyshire praktizierenden Einrichtung für Mediation, hat einer der Autoren einen launigen Artikel darüber geschrieben, wie die Corona-Pandemie einen dazu zwingt, sich Alternativen online zu suchen:

Quelle: Online alternatives – how playing cards online made me reconsider remote mediation

Ausgehend von der Erzählung über ein seit Jahrzehnten gepflegtes Ritual im Freundeskreis bei gemeinsamem Kartenspiel und den Erfahrungen, die der lockdown mit sich gebracht hatte, schildert der Autor zunächst, wie es ihm dabei ergangen ist, nicht mit den Freunden am Spieltisch zu sitzen, sondern das gemeinsame Spiel über eine Online-Meeting-Plattform zu erleben.

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Das brachte ihn dazu, über den Austausch auf solchen Kanälen auch in Bezug auf die Mediation nachzudenken.

Auch hier ist es, wie im richtigen Leben: Es ist anders, aber es  ist nicht unmöglich. Und wenn man sich darauf einlassen kann, kann es eine bereichernde Erfahrung darstellen.

Darüber hinaus hat dieser Text aber auch noch eine weitere Dimension, die gerade was die Mediation betrifft, nicht vernachlässigt werden darf: Das Story-Telling als Möglichkeit, Botschaften zu transportieren, die auf anderem Wege in der Konfliktbearbeitung schwieriger zu vermitteln wären. Durch das Einbinden in eine Geschichte persönlichen Erlebens wird das Ganze verständlich und nachvollziehbar, die Beteiligten können quasi selber mitgehen und miterleben. Danach ist dann der Schritt des Transfers, diese Erfahrung auf die eigene Situation anwendbar zu machen, wesentlich einfacher.

Daraus wird aber auch ersichtlich, dass Mediation sehr viel mehr ist, als das Aushandeln von Kompromissen: Es geht darum, die Bedürfnisebene freizulegen und ein gemeinsamen Verständnis für das jeweils andere Bedürfnis herzustellen. Wie kann das, wenn die Kommunikation an diesem Punkte stockt, besser gelingen, als die Botschaften in Erzählungen zu kleiden und es so den Beteiligten ermöglichen, auf einer abstrakten Ebene ein Miterleben zu gestatten.

Und das geht, um wieder an den Ausgangspunkt mit dem Kartenspiel zurückzukehren, auch in der Mediation online. Dabei muss es selbstverständlich sein, dass die äußeren Rahmenbedingungen im Hinblick auf Datenschutz, Datensicherheit und Wahrung der Vertraulichkeit ebenso sicher sind wie im geschützten Raum der Mediationspraxis. Weil das gemeinsame Erleben über eine Online-Plattform nicht so direkt erfolgen kann wie face-to-face, muss seitens des Mediators besonderes Fingerspitzengefühl eingesetzt werden, um die vielen Facetten der Kommunikation zu erkennen und mit ihnen arbeiten zu können. Dabei kann Story-Telling auch durchaus hilfreich sein.

Sind digitale Formate in Beratung- oder Mediation ein Fluch oder Segen?

Über die Qualität und Zukunft von Online-Dienstleistungen im Bereich Mediation hat Jürgen Heim für MediationAktuell ein Interview mit Frau Dr. iur. Katarzyna Schubert-Panecka geführt. Sie ist Mitbegründerin der Forschungsgruppe Mediation (ForMed).

Das gesamte Interview gibt es hier zum Nachlesen:

Quelle: Digitale Beratungs- und Mediationsformate: Fluch oder Segen? | Fachartikel | Mediation aktuell

Über die Möglichkeiten, nicht nur in der aktuelle Krisensituation, sondern insgesamt moderne Telekommunikationsmittel auch in der Mediation und anderen alternativen Konfliktbearbeitungstechniken einzusetzen, habe ich schon öfters geschrieben.

Entscheidend für mich ist hierbei, dass die wesentlichen Grundlagen der vertrauensvollen Zusammenarbeit gewährleistet sein müssen. Neben der technischen Handhabbarkeit und Verfügbarkeit sind daher Datensschutz und Datensicherheit unabdingbar. Unter Umständen sind diese Angebote nicht unbedingt kostenfrei oder preisgünstiger. Dafür kann man sich aber der hohen Sicherheitsstandards sicher sein. Die Vertraulichkeit ist ein hohes Gut und Grundvoraussetzung dafür, dass übrhaupt eine Ebene geschaffen werden kann, auf der Konfliktklärung und Bewältigung überhaupt möglich erscheint.

 

Konflikte lösen – auch per Telefon

Wie soll das gehen, dass Konflikte auch per Telefon gelöst werden können, werden sich manche fragen. Dabei geht es nicht darum, am Telefon entnervt zu diskutieren, bis eine der Konfliktparteien die Verbindung beendet.

Moderne Konfliktlösungsunterstützung kann auch so funktionieren, ohne dass die Beteiligten zur selben Zeit sich auch am selben Ort aufhalten, sondern das Verfahren auch telefonisch durchgeführt werden kann.

Hierbei bieten sich zwei verschiedene Modelle an:
Zum Einen gibt es die klassische Telefonkonferenz, an der zu einem festgelegten Zeitpunkt die Konfliktparteien sich telefonisch austauschen. Dabei ist die Rolle des Mediators besonders bedeutsam: Gilt es doch, hier noch mehr als am runden Tisch, die Medianten zur Einhaltung der vereinbarten Regeln anzuhalten, dazuwischenreden zu unterbinden und gleichzeitig auch das wechselseitige Verständnis für die jeweiligen Bedürfnisse zu schärfen. Der Vorteil dabei ist, dass alle Beteiligten zeitgleich am Geschehen beteiligt sind. Damit kann man ein etwaiges wechselseitiges Misstrauen am Besten ausräumen.

Sollte die Telefonkonferenz nicht das Mittel der Wahl sein, bietet sich eine so genannte „ShuttleMediation“ an, bei der der Mediator abwechselnd das Gespräch am Telefon mit einer der beiden Konfliktparteien sucht und hierbei die wesentlichen Ergebnisse aus dem jeweils anderen Gespräch vorab mitteilt.

Beide Formen sind erprobte und geeignete Verfahren, um Konflikte einer Lösung zuzuführen, ohne dass die Beteiligten sich auch körperlich begegnen müssen. Nachteilig ist hierbei, dass sich die Kommunikation auf das gehörte und gesprochene Wort beschränkt, die nonverbale Kommunikation also zu großen Teilen nicht für den Konfliktlösungsprozess nutzbar gemacht werden kann. Soweit es um Visualisierungen, zu erstellende Listen, Brainstorming etc. geht, müssen andere erprobte digitale Mittel und Verfahren zum Einsatz kommen.

Beide Möglichkeiten – Telefonkonferenz und ShuttleMediation – biete ich in meiner Praxis an. Dabei werden die voraussichtliche Kosten einer Konferenz oder Telefonats vorab erhoben. Diese umfassen das vereinbarte Honorar für die vorab vereinbarte Zeit sowie etwaige Verbindungskosten. Bei den Konfliktparteien entstehen zusätzlich für die Telefonkonferenz Einwahlkosten und Verbindungskosten, die über die Telefonrechnung oder über das Prepaid-Guthaben direkt vom Anbieter abgerechnet werden. Bei Interesse stehe ich Ihnen für weitere Fragen hierzu gerne zur Verfügung.

Was kommt nach der Mediation?

Das frägt die Seite OnlyMums etwas provokativ:

Quelle: What Happens After Mediation? – OnlyMums

Die beschriebene Ausgangslage heißt: Schön, wir waren in den Mediationssitzungen gewesen, wir haben gearbeitet und dann uns auf etwas geeinigt. Aber was kommt dann? Wie verbindlich ist das Ganze? Wer garantiert mir, dass die Vereinbarungen auch umgesetzt werden?

Im Trennungs- und Scheidungskonflikt kommt es für das Gelingen entscheidend darauf an, dass der andere Teil sich nicht nur darauf verlassen können muss, dass die Vereinbarung hält. Vielmehr sollten die Verpflichtungen auch in eine verbindliche Form gegossen werden, die im Falle des Nicht-Einhaltens dem anderen Teil schnelle Hilfe zukommen lassen kann. Das geschieht beispielsweise in einer notariell beurkundeten Scheidungsfolgenvereinbarung, dass sich derjenige, der sich zu einer Leistung verpflichtet, der sofortigen Zwangsvollstreckung unterwirft. Das macht die notarielle Urkunde zu einem Vollstreckungstitel.

Neben diesen worst-case-Szenarien, die aber als Sicherungen für das Gelingen einer Vereinbarung durchaus notwendig sind, will man nachgelagerte Gerichtsverfahren zur Erlangung des eigentlich schon Vereinbarten vermeiden, gehört in eine die Mediation abschließende Vereinbarung auch eine Verpflichtung, etwaige Streitpunkte zunächst in einem Mediationsverfahren klären zu lassen. Auch sollte erwogen werden, die getroffene Vereinbarung nach einer bestimmten Zeit zu evaluieren, um dann nachzujustieren, bevor der nächste Konflikt virulent wird.

Woche der Mediation im Vereinigten Königreich: Eine Erfolgsstory

Family Mediation Council hat anlässlich der Woche der Mediation eine interessante Statistik veröffentlicht, wonach Mediationen in familiären Auseinandersetzungen eine Erfolgsquote von über 70% aufweisen würden:
— Weiterlesen www.familymediationcouncil.org.uk/2020/01/20/survey-shows-mediation-is-successful-in-over-70-of-cases/

Diese Zahlen sind sicherlich genau zu prüfen, immerhin geht die Gesamtzahl ja von allen Fällen aus, in denen überhaupt eine Mediation stattfindet. Es wäre aber zu kurz gegriffen, andererseits eine Fail-Quote von 30% nach vorne zu stellen.

Richtig ist, dass Mediation weder ein Selbstläufer ist, noch ein Erfolgsgarant. Es ist ein anspruchsvolles Verfahren, das den Beteiligten ein höheres Maß an Selbstverantwortung abverlangt als eine gerichtliche Auseinandersetzung. Wenn aber die Rahmenbedingungen stimmen und die Beteiligten sich darauf einlassen können, so geht die Untersuchung auch, dass die mit der Verantwortung gewonnene lösungsorientierte und auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmtes Arbeit von den Beteiligten als vorteilhaft beschrieben werden.

Mein Hund – Dein Hund

Vortrag in Wiesbaden am 16. Januar 2020

Auf Einladung des Interessenverbandes Unterhalt und Familienrecht ISUV spreche ich am kommenden Donnerstag, den 16. Januar 2020 ab 19:00 Uhr über die rechtlichen Problemstellungen, die sich im Hinblick auf ein Haustier im Falle einer Trennung und Scheidung ergeben können.

Es kommt immer häufiger vor, dass im Trennungskonflikt sich die Frage nach dem Verbleib des gemeinsamen Tieres stellt. Hunde oder Katzen oder andere Tiere sind liebgewordene Hausgenossen geworden, von denen sich Ehegatten im Falle der Trennung selbst nur ungerne trennen möchten. Auch wurde schon ein „Umgangsrecht“ für das Tier diskutiert.

Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Tiere auch – selbst wenn sich diese Aussage sicher nicht generalisieren lässt – die Stelle von Kindern in der Familie einnehmen, sei es als Ersatz für kinderlose Paare oder als Objekte der Zuwendung, wenn die eigenen Kinder schon aus dem Hause sind. Nicht zu vergessen ist auch, dass die Zuwendung zum Tier auch den Grund für Eifersucht des anderen Lebensgefährten mit sich bringen kann, der letztendlich zur Trennung führt.

hundeumgang by rhg_anwalt
hundeumgang, a photo by rhg_anwalt on Flickr.

Bei diesem Vortrag werde ich die damit zusammenhängenden Rechtsfragen darstellen und die objektive Rechtslage erörtern. Ein Überblick über die aktuelle Rechtsprechung darf dabei nicht fehlen.

Es besteht die Gelegenheit zur Diskussion. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, der Veranstalter freut sich über Spenden. Der Vortragsabend findet im Bonhoeffer-Haus, Fritz Kalle Str. 38, in Wiesbaden statt. Der Veranstaltungsort ist mit den ESWE-Bussen 4, 14, 38, 47, Haltestelle „Theodor-Heuss-Ring“ zu erreichen.

Betreuungsunterhalt trotz neuer Partnerschaft? – neu bei juris

Eine Frau, die im Zeitpunkt der Geburt ihres Kindes nicht mit dessen Vater verheiratet ist, hat sie einen eigenständigen Unterhaltsanspruch aus § 1615l BGB.

Dieser Anspruch hat andere Bemessungsgrundlagen als ein Trennungsunterhalt nach § 1361 BGB oder nachehelicher Unterhalt nach § 1569 ff. BGB.

Während das Zusammenleben mit einem neuem Lebensgefährten den Anspruch auf Trennungs- oder nachehelichen Unterhalt gefährden kann, stellt sich diese Frage auch beim Betreuunngsunterhalt. Das OLG Frankfurt hat hierzu kürzlich einen Beschluss erlassen. Ich habe diesen für AnwZert Familienrecht bei juris aufgearbeitet.

Meine Anmerkung ist hier auf juris zu finden.