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Mediation – in 6 Schritten erklärt…

…. das verspricht der heutige Netzfund zum Thema „Mediation“.

Quelle: How Mediation works in 6 steps

Tatsächlich befasst sich dieser Text weniger damit, wie Mediation funktioniert, sondern vielmehr damit, welche Schritte man durchlaufen kann/muss/soll.

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Gleichwohl ist dieser kurze Text lesenswert, geht es doch darum, nicht die Schritte des Mediationsverfahrens im Einzelnen nochmals zu erläutern, sondern die Stationen, BIS ein solches Verfahren überhaupt in Gang kommt.

Damit wird eine wesentliche Voraussetzung knapp aber umfassend erklärt und Fragen, die sich Mediant*innen tatsächlich ausgesetzt sehen, in einen logischen und funktionalen Kontext gesetzt. Diese Schritte sind eigentlich entscheidend: Wie komme ich von der aktuellen Konfliktsitutation übrhaupt erst in ein Verfahren, das eine Lösung derselben ermöglicht.

In dem in dem verlinkten Text vorgestellten Verfahren ist aber zudem beachtlich, dass hier der Mediator ausführlich über den Konflikt in Kenntnis gesetzt werden soll: „Brief the Mediator“ und „Exchange Statements“ sind hier an die Nummern 4 und 5 gesetzt.

Tatsächlich gehören diese Verfahrensschritte schon an den Beginn des Verfahrens, das nach Unterzeichnung der Mediationsvereinbarung (im Schritt drei) aufgenommen wird.

Weil Mediation ein kommunikatives Konfliktlösungsinstrument ist, sind schriftliche Austausche von Statements eher die Ausnahme – ein solches Verfahren ähnelt doch mehr einem schriftlichen Vorverfahren im gerichtlichen Prozess.

Gleichwohl kann es Verfahren geben, in denen ein solches Vorgehen angezeigt ist – nämlich dann, wenn es wie auch immer geartete Gründe gibt, die Konfliktbeteiligten nicht an einen Tisch – oder in eine virtuelle Runde – zu bekommen.

Dem ähnelt dann auch der sechste Schritt, der im verlinkten Artikel beschrieben ist: Hierbei handelt es sich um die so genannte Shuttle-Mediation, bei der der Mediator nicht nur die jeweiligen Statements überbringt, sondern zudem gehalten ist, hier durch Rückversicherung bei der absendenden Seite ebenso den Kern der Botschaft herauszuarbeiten wie durch Übermittlung und Nachfragen bei der empfangenden Seite dafür Sorge zu tragen, dass das, auf was es im Moment ankommt, tatsächlich gleicwertig auf beiden Seiten vorhanden ist.

Dies ist aber in der klassischen Mediation so nicht vorgesehen – da wird diese Boten- und Shuttlefunktion durch die gleichzeitige Anwesenheit aller im tatsächlichen oder virtuellen Verhandlungsraum ersetzt.

Man kann aber auch hier schön sehen, dass Mediation und ihr verwandte Verfahren dazu da sind, sich ergebenden Probleme zu lösen und auch Verfahrenshindernisse durch vereinbarte Alternativen zu beseitigen und damit das eigentliche Ziel in der Problem- und Konfliktlösung nicht aus den Augen zu verlieren.

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„Spektrum der Wissenschaft“ über Lügen – was hat das mit Mediation zu tun?

Je schwerer eine falsche Aussage fällt, desto mehr spiegeln die eigenen Bewegungen unbewusst die des Gegenübers. Das hat eine Untersuchung herausgefunden, wie das Spektrum der Wissenschaft in einem Artikel schreibt:

Quelle: Lügen zeigt sich in Mimikry – Spektrum der Wissenschaft

Nun mag man sich ja der Hoffnung hingeben, dass die Zeiten der alternativen Fakten zumindest in der Tagespolitik der Vergangenheit angehören dürften. Aber der Umgang mit Wahrheiten spielt natürlich auch in Konfliktsituationen eine nicht unerhebliche Rolle.

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Gerade wenn es um die Konfliktergründung geht, ist von entscheidender Bedeutung, dass die Konfliktparteien ihre eigene Sicht der Dinge offenlegen und für diese Sichtweise zumindest ein Verständnis hergestellt werden kann. Nur so lassen sich Schnittmengen ergründen, auf die eine Konfliktlösung aufgebaut werden kann.

Wenn also nun die eigene Sicht der Dinge und die eigene Wahrnehmung einer Konfliktsituation mit Lügen angereichert wird, mag es dafür in erster Linie vielleicht Gründe geben: Sei es Eigenschutz, Angst oder sonst eine innere Ursache, die von der Offenlegung der eigenen Sicht ablenken soll. Dies kann aber schwierig werden, denn so baut das Konfliktlösungsverfahren im Erfolgsfalle einer Lüge auf falschen Voraussetzungen auf.

Mit fortschreitendem Verfahren dürfte es aber zunehmend schwierig werden, an der einmal gewählten Version festzuhalten – spätestens dann, wenn die hinter den Positionen liegenden Bedürfnisse verhandelt werden sollen.

Wie kann man also in einem Mediationsverfahren mit so einer Situation umgehen?

Der oben zitierte Artikel ist hierbei hilfreich: Mediation und ADR sind kommunikationsbasierte Konfliktlösungsintstrumente. Das bedeutet, dass sowohl der verbalen als auch der nonverbalen Äußerung ein großes Gewicht beigemessen wird. Diskrepanzen würden daher auffallen. Die Spiegelung von Aussagen, das Wecken von Verständnissen: All dies würde einen zusätzlichen Stress bedeuten.

Eines ist wichtig: Ein Mediationsverfahren ist kein Verfahren, in dem es darum geht, eine bestimmte Wahrheit zu erforschen. Die Mediationsgespräche sind kein Verhör, weder was die angewandten Mittel noch die damit verfolgten Ziele betrifft. Ein Mediationsverfahren ist eine Möglichkeit, Konflikte kommunikativ zu lösen. Dabei ist Offenheit eine zentrale Voraussetzung. Geschützt wird diese Offenheit durch die Verpflichtung auf Vertraulichkeit und Verschwiegenheit. Was in der Mediationspraxis auf den Tisch kommt, verlässt die Praxis nicht. Darauf kann man sich verlassen. Alternative Fakten („Es gibt kein weiteres Konto“ – „Das Geld war schon längst aufgebraucht“ – „Es gibt keine Nebeneinkünfte“ etc) leiden daran, dass sie nicht geglaubt oder aufgedeckt werden. Wie der zitierte Artikel zeigt, ist der Stress, eine Story aufrecht erhalten zu müssen, sichtbar und messbar.

Damit kann aber ein komplettes Verfahren scheitern: Ein Mediationsverfahren kann jederzeit beendet werden. Erkannte falsche Erzählungen würden zu einer Vertiefung des Konfliktes führen, die bis dahin ausgegebenen Kosten für das dann gescheiterte Verfahren wären sprichwörtlich in den Sand gesetzt – und eine sich anschließende gerichtliche Auseinandersetzung wäre von Anfang an durch Misstrauen vergiftet.

Statt dessen kann aber Mediation helfen, die Gründe, die vorgeblich für eine Lügengeschichte sprächen, seinerseits zu thematisieren. Es wird nicht darum gehen, erkannte falsche Storys zu entlarven, aber es wird darum gehen, die Auswirkungen einer ausgedachten Geschichte denen einer anderen ausgedachten Geschichte gegenüber zu stellen. Oder mit Storytelling sich dem eigentlichen Problem annähern, mit was-wäre-wenn-Planspielen und anderen kommunikativen Instrumenten kann es leichter gemacht werden, Lügen in einem solchen Verfahren nicht nur überflüssig zu machen, sondern als Hinderungsgründe für ein gedeihliches und nachhaltiges Lösungsprogramm insgesamt zu ächten.

Wobei wir doch wieder in der großen Politik gelandet sind – oder auch nicht und uns fragen, was der gewesene Präsident und der streitende Nachbarn vielleicht an Gemeinsamkeiten haben…

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Überlegungen eines Anwalts zu Mediation und ADR

Heute kommt mein Netzschnipsel aus Frankreich:

Quelle: Réflexions d’un Avocat devenant Médiateur – Quels sont les avantages de recourir à une médiation ?

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Ein dort ansässiger Anwalt (früher hätte ich Kollege geschrieben, aber nachdem ich meine Anwaltszulassung nun seit über einem Jahr freiwillig zurückgegeben habe geht das nun eben nicht mehr) denkt laut über seinen Beruf und seine Berufung nach – und er fächtert die ganze Bandbreite auf, von der juristischen Sicht auf die Dinge und dem Unterschied zwischen juristischem und „normalem“ Denken bis hin zur Frage, wer in dem System der Konfliktlösung welche Rolle inne hat und wie die Rollen ausgefüllt sind.
Natürlich sind daneben auch die soft skills, wie ich sie nennen möchte: Die Kosten für die anwaltliche Tätigkeit, die Kosten, die der Betrieb einer Anwaltskanzlei mit sich bringt, das Gerichtssystem, die langen Verfahrensdauern, die Insolvenzrisiken und vieles mehr. Dennoch wundert sich der französiche Anwalt, warum Mediation und ADR nicht die Alternativen sind, auf die trotz der Widrigkeiten des „klassischen“ Systems gerne zurückgegriffen wird.

Ich denke, dass das auch darin verhaftet ist, dass wir eben über ein ausgeklügeltes Rechtssystem verfügen, in dem das Verfahrensrecht und das materielle Recht die Richtung vorgibt – also etwas, auf was man sich zu verlassen können glaubt.

Dann ist in einem Konflikt durchaus die eigene Situation nicht unbedingt so souverän, dass man das eigene Schicksal gerne und selbstbewusst in die Hände nehmen will.

Letztlich gibt es auch innerhalb eines Konfliktes auch strukturelle Unterschiede, die überwunden sein müssen oder wollen: Angefangen von der gelebten Rollenverteilung in der konkreten Ehe oder nichtehelichen Lebensgemeinschaft, tatsächlich gelebter, oder erlebter oder so empfundener Über- und Unterordnung über die unterschiedliche Verteilung von Kräften im Mieter-/Vermieterkonflikt bis hin zu arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen.

Es gehört also einiges dazu, wenn man selbstbewusst den Schritt außerhalb der bewährten Pfade wählt. Dabei reichen die allseits bekannten Verlockungen nicht aus: Kostenargument, Zeitargument, am Ende auch eine Vereinbarung in Aussicht, die so gut ist wie ein Urteil oder Beschluss…

Es geht vielmehr darum, die Menschen in ihrer Konfliktsituation ernst zu nehmen und sie zu befähigen, diesen Weg der Mediation oder ADR zu gehen – dabei sicherzustellen, dass Verfahren installiert werden, die Ungleichkeiten ausgleichen, dass ein Klima des Hörens und Gehörtwerdens und vor allen Dingen des Ernst-genommen-werdens installiert wird.

Wenn solches gelingt und auch überzeugend vermittelt werden kann, dann braucht sich Mediation oder ein anderes ADR-Verfahren nicht im Wettbewerb mit den klassischen forensischen Verfahren messen.

Klar ist aber auch, und da darf man sich keinen falschen Hoffungen hingeben: Eine gut funktionierende Judikatur auch in zivilrechtlichen Belangen ist ein wesentlicher Grundpfeiler des auskömmlichen Miteinanders in einer demokratisch verfassten Zivilgesellschaft. Und das ist auch gut so. Gleichwohl ist Mediation auch Ausdruck bürgerrechtlicher Selbstbestimmung – und das ist mindestens ebenso wichtig.

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Mediation als Prozess zur Problemlösung

Prof. Lawrence Susskind hat sich in einem lesenswerten Beitrag mit einer weitergehenden Definition der Mediation angenommen:
— Weiterlesen www.pon.harvard.edu/daily/mediation/mediation-as-problem-solving/

Dabei geht er über die ansonsten vornehmlich in der angloamerikanischen Literatur verwendeten Unterscheidung zwischen gerichtlicher und alternativer Streitentscheidung hinaus und entwickelt einen eigenständigen Ansatz, der sich von der gerichtlichen Lösung deutlich unterscheidet.

Dadurch erreicht er einen Perspektivenwechsel auf die am Problem Beteiligten Menschen und deren Bedürfnisse.

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Konfliktlösung am Arbeitsplatz

Konflikte am Arbeitsplatz sind zahlreich – und vielschichtig.

Diese Seite:

Quelle: Conflict resolution in the workplace at its finest | HRD Asia

hat nicht nur die wesentlichen Problempunkte aufgezeigt, sondern gleichzeitig auch Lösungsansätze mitgeliefert.

Es geht im Kern darum, dass die verschiedenen Akteure einer Konfliktsituation genau benannt sein müssen – und deren Rollen im Unternehmen eindeutig geklärt sein müssen, wenn die Konfliktlösung gelingen will.

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Hinzu kommt, dass ungeachtet des aktuellen Konfliktes das Augenmerk auf die hieraus ergebenden Konsequenzen gerichet werden muss: Seien es Auswirkungen innerhalb der Abteilung, der Firma, der Kundenbeziehungen oder im Vergleich zu Mitbewerbenden am Markt. Diese Analysen müssen aber zunächst unabhängig von der Konflikterforschung erfolgen, da ansonsten frühzeitige Schuldzuweisungen und die Adressierung von Verantwortlichkeiten es verhindern könnten, in die Tiefen der Konfliktergründung vordringen zu können.

Gleichwohl ist auch diese Phase wichtig, spielen diese Erkenntnisse bei der Bewertung der Aussenwirkung und der zu erarbeitenden Lösungsansätze eine nicht unerhebliche Rolle.

Der Beitrag auf der zitierten Seite geht vom Regelfall einer inhouse-Konfliktbearbeitung aus. Dieser Weg mag vielfach gut, schnell und erfolgversürechend sein. Wenn aber der Konflikt tiefergehender ist oder Fragen der Autorität im Unternehmen selbst eine Rolle spielen könnten, empfiehlt sich auch hier eine frühzeitige Einbindung einer unabhängigen externen Konfliktlösungsunterstützung – beispielsweise durch Mediation.

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Warum gerade kleinere und mittlere Betriebe auf Mediation setzen sollten

Mit diesem Thema befasst sich nachstehender Blogbeitrag bei Bloomberg:

Quelle: Small Business: Consider Hiring a Mediator When Conflicts Arise – Bloomberg

Unter der Überschrift „Mediation Can Help Small Businesses Solve Conflicts and Protect Relationships“ werden die speziellen Problemstellungen aufgeführt, mit denen sich gerade die kleineren Unternehmen konfrontiert sehen.

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Der Beitrag zeigt auf, dass gerade in diesem Segment das Risiko eines Rechtsstreits besonders groß sein kann – und das nicht nur aus Kostengründen. Ein gewonnener Prozess bürdet immerhin der unterlegenen Partei die Kostenlast auf.

Die Gründe hierfür sind versteckter: Gerade hier geht es nicht um eine isolierte Einzelfallbetrachtung, sondern um ein vielschichtiges Bündel von unterschiedlichsten Beziehungsgeflechten. Ein Rechtsstreit kann hier unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringen. Am Häufigsten wird das Interesse an langfristigen Lieferanten- oder Kundenbeziehungen eine Rolle spielen. Unter Umständen kann ein einziger Streit eine Kettenreaktion auslösen.

Dabei spielt noch ein anderer Aspekt eine entscheidende Rolle: Gerichtliche Verfahren können unter Umständen durchaus zeitaufwändig sein – und das dann auch mit dem Risiko, dass nach der ersten Instanz noch nichts vorbei ist. Für diese Zeit lägen hier geschäftliche Beziehungen quasi „auf Eis“. Hinzu kommt die Bindung von Personal und Zeit für die Dauer der Verfahren.

Darüber hinaus sind auch die meisten Fälle von der Beweislage her nicht so einfach, wie es zunächst den Anschein haben kann. Konfliktlagen können auch aus der unterschiedlichen Interpretation von Vereinbarungen entstehen. Dann begibt man sich mit Auslegungsfragen ebenso in die Hand des Gerichts wie mit Fragen der Darlegungs- und Beweislast.

Mediation ist zwar kein Allheilmittel, bietet aber gerade in diesem Bereich – sei es bei firmeninternen Konflikten oder bei solchen mit Lieferanten oder Kunden – eine Möglichkeit, den Konflikt eingehend zu erhellen und auf der Grundlage der wechselseitigen Bedürfnisse Lösungskonzepte und Strategien für diesen konkreten Einzelfall zu suchen und zu finden. Das kann nicht nur gesichtswahrend für alle Beteiligten geschehen, sondern zeitnah eine maßgeschneiderte Lösung bereitstellen.

 

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Gefühle fühlen – was hat das mit Mediation zu tun?

Im Netz bin ich auf nachstehenden Artikel gestoßen:

Quelle: How to Feel Your Feelings and What That Will Do for Your Life

Wie man also lernt, Gefühle zu fühlen – und was das mit einem machen kann. Dieser Text ist eher psychologisch und selbstreflexiv gehalten. Es ist so etwas wie eine kleine Handreichung, sich selbst ein Stück weit besser kennen zu lernen und mit seiner Gefühlswelt umgehen zu lernen.

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Dabei ist das Versprechen, dass die Überschrift suggeriert (How to do this and that – auf der einen Seite und das What That Will Do for Your Life – auf der anderen) nur ein Aufhänger, sich darüber Gedanken zu machen, wie Gefühle – und das Fühlen von Gefühlen – in der Mediation eingesetzt werden kann.

Mediation ist eines bestimmt nicht: eine therapeutische Veranstaltung.

Aber es geht darum, einen Konflikt in seiner Vielschichtigkeit zu klären und Bedürfnisse im Zusammenhang mit diesem zu artikulieren. Da sind – anders wie bei rein sachorientierten Lösungsoptimierungen – Gefühle nicht nur ein wichtiger Gradmesser, sondern auch ein Teil der Persönlichkeit, der bei der Klärung und Lösung nicht unterdrückt sein mag – sondern seinen Platz und seine Berechtigung hat.

Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt: Kann der Mediant/die Mediantin an dieser Stelle seine/ihre Gefühle fühlen. Sind diese echt oder überlagert von einem Schmerz oder einem Verlangen oder sonst was? Sind verbale Äußerung und nonverbale Kommunikation in sich stimmig – und wie fühlt sich das für die betroffenen Menschen in dem Moment an?

Das kann in die Tiefe der verschiedenen Persönlichkeits- und Konfliktebenen gehen, und man muss den Mediant*innen auch den Weg eröffnen, hier wieder herauszukommen.

Aber ein kluges Handling auch der Gefühlswelt – und hierbei die Ermutigung, tatsächlich Gefühle zu fühlen und ihnen nachzuspüren – vermögen der Konfliktlösung wichtige Impulse bei der Lösungsunterstützung bieten.

Es ist dann zwar nicht das große Versprechen: What That Will Do for Your Life! – aber das hat ja auch niemand behauptet. Es ist ein kleiner, aber wertvoller Baustein bei der Lösung von Problemsituationen.

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Wie Mediation funktionieren kann..

Das ist das Thema eines Artikels auf den Seiten der Harvard Law School:

Quelle: How Mediation Works When Both Parties Agree They Need Help Resolving the Dispute – PON – Program on Negotiation at Harvard Law School

Wenn beide Konfliktparteien darin übereinstimmen, dass sie bei der Lösung ihres Konflikts externe Hilfe in Anspruch nehmen sollten, dann ist Mediation ein sicherlich brauchbares Hilfsmitteln hierzu.

Weil eine gerichtliche Entscheidung eben Gewinner und Verlierer zurücklässt, ein dahinter liegender Konflikt aber auch vielschichtiger sein kann, ist die zuerst genannte Erkenntnis ein erster, aber wichtiger Schritt.

Interessant an dem genannten Artikel ist auch, dass er nicht nur darüber belehrt, wie gut und richtig und wichtig Mediation ist – hiervon gibt es wahrlich mehr als genügend davon – und schließlich preist jeder Krämer seine Ware.

Hier wird das – im Übrigen auch in der Mediation zur Anwendung kommende – Instrument des Perspektivwechsels eingesetzt und aus der Sicht der Medianten eine Problemstellung nebst passenden Lösungstipps vorgestellt.

Nur wenn zu Ende im Beispiel der Mediator seine Rolle als allparteilicher Vermittler, der die Parteien zu einer eigenständigen Lösung anleitet und unterstützt, verlässt, ist m.E. Kritik angebracht: Der Mediator soll gerade nicht „Vergleichsvorschläge“ unterbreiten oder ins Spiel bringen, sondern die Konfliktparteien darin unterstützen, selbst am Ende ein Ergebnis zu erarbeiten. Wenn im Artikel also steht:

„The mediator proposes that you accept $1.5 million, along with various other commitments from the manufacturer.“

…dann ist das mit einer guten mediativen Praxis nicht vereinbar.

„A mediator doesn’t propose anything“

wäre die richtige Antwort gewesen.

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Mediation: Es gibt nicht den einen richtigen Weg

Die Harvard Law School hat eine kleine Typisierung von Mediationsarten und Formen vorgenommen:

Quelle: Types of Mediation: Choose the Type Best Suited to Your Conflict – PON – Program on Negotiation at Harvard Law School

Dabei wird ersichtlich, dass es eben nicht den einen richtigen Weg gibt. Es kommt vielmehr entscheidend darauf an, welches Ziel mit dem Verfahren erreicht werden soll, und was die Medianten hierzu vereinbaren.

Richtigerweise kann man den Konfliktparteien hier zwar Vorschläge unterbreiten, insgesamt geht es doch darum, soweit zu Beginn des Vefahrens zu informieren, dass auch eine Möglichkeit zur Auswahl besteht.

In der Praxis werden die Medianten mit einem Anliegen kommen, das heißt, man wolle einen Konflikt gelöst bekommen. Der Weg dorthin, die Unterstützung durch den allparteilichen Mediator, Begleitung und Unterstützung von rechtsberatender, anwalticher Seite u.v.m.

Weil Konfliktlösung und deren Unterstützung ein kommunikatives Werkzeug ist, können auf diesem Wege auch die Arten, wie man vom P?roblem zur Lösung gelangt, vielfältig sein. Das Beharren auf einen richtigen Weg und die eine Methode stellt vermutlich schon selbst für sich genommen ein Problem dar.

Von daher ist den Macher*innen des PON zu danken, hier mit der Typisierung einen ersten Schritt zur Klassifizierung und Unterscheidung gemacht zu haben.

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Alternativen online: Von Mediation und Kartenspiel

Auf der Seite von NWMediationSolutions, einem im vereinigten Königreich, genauer in Manchester, Lancashire, Cheshire und Derbyshire praktizierenden Einrichtung für Mediation, hat einer der Autoren einen launigen Artikel darüber geschrieben, wie die Corona-Pandemie einen dazu zwingt, sich Alternativen online zu suchen:

Quelle: Online alternatives – how playing cards online made me reconsider remote mediation

Ausgehend von der Erzählung über ein seit Jahrzehnten gepflegtes Ritual im Freundeskreis bei gemeinsamem Kartenspiel und den Erfahrungen, die der lockdown mit sich gebracht hatte, schildert der Autor zunächst, wie es ihm dabei ergangen ist, nicht mit den Freunden am Spieltisch zu sitzen, sondern das gemeinsame Spiel über eine Online-Meeting-Plattform zu erleben.

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Das brachte ihn dazu, über den Austausch auf solchen Kanälen auch in Bezug auf die Mediation nachzudenken.

Auch hier ist es, wie im richtigen Leben: Es ist anders, aber es  ist nicht unmöglich. Und wenn man sich darauf einlassen kann, kann es eine bereichernde Erfahrung darstellen.

Darüber hinaus hat dieser Text aber auch noch eine weitere Dimension, die gerade was die Mediation betrifft, nicht vernachlässigt werden darf: Das Story-Telling als Möglichkeit, Botschaften zu transportieren, die auf anderem Wege in der Konfliktbearbeitung schwieriger zu vermitteln wären. Durch das Einbinden in eine Geschichte persönlichen Erlebens wird das Ganze verständlich und nachvollziehbar, die Beteiligten können quasi selber mitgehen und miterleben. Danach ist dann der Schritt des Transfers, diese Erfahrung auf die eigene Situation anwendbar zu machen, wesentlich einfacher.

Daraus wird aber auch ersichtlich, dass Mediation sehr viel mehr ist, als das Aushandeln von Kompromissen: Es geht darum, die Bedürfnisebene freizulegen und ein gemeinsamen Verständnis für das jeweils andere Bedürfnis herzustellen. Wie kann das, wenn die Kommunikation an diesem Punkte stockt, besser gelingen, als die Botschaften in Erzählungen zu kleiden und es so den Beteiligten ermöglichen, auf einer abstrakten Ebene ein Miterleben zu gestatten.

Und das geht, um wieder an den Ausgangspunkt mit dem Kartenspiel zurückzukehren, auch in der Mediation online. Dabei muss es selbstverständlich sein, dass die äußeren Rahmenbedingungen im Hinblick auf Datenschutz, Datensicherheit und Wahrung der Vertraulichkeit ebenso sicher sind wie im geschützten Raum der Mediationspraxis. Weil das gemeinsame Erleben über eine Online-Plattform nicht so direkt erfolgen kann wie face-to-face, muss seitens des Mediators besonderes Fingerspitzengefühl eingesetzt werden, um die vielen Facetten der Kommunikation zu erkennen und mit ihnen arbeiten zu können. Dabei kann Story-Telling auch durchaus hilfreich sein.