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Mediation – wenns rund um die Immobilie problematisch wird

Der Netzfund des heutigen Tages kommt wieder aus Frankreich:

Quelle: Immobilier : la médiation pour régler ses problèmes | De Particulier à Particulier – PAP

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Diese Seite befasst sich damit, ob und wie Mediation auch eingesetzt werden kann, wenn sich die Konflikte mit einer Immobilie befassen. Dabei sind vielelei Konstellationen denkbar und auch in der Herangehensweise und Befasung zu unterscheiden:

Mieter*innen und Vermieter*innen stellen einen großen und vielschichtigen Problembereich dar, in dem die einzelnen Fragen und die konkrete Verteilung von Rechten und Pflichten und deren unterschiedliche Auffassung hiervon im Mietverhältnis thematisiert werden können.

Aber auch, wenn es darum geht, dass Miteigentümer*innen unterschiedliche Interessen im Wege einer Auseinandersetzung des Miteigeintums auszugleichen, muss es nicht immer der Zwang zur freihändigen Veräußerung als Alternative zur ansonsten im Raume stehenden Zwangsversteigerung sein.

Wohnungseigentümergemeinschaften bilden ein besonderes Biotop, das von unterschiedlichsten Interessen geprägt sein kann: Eigennutzende Eigentümer*innen auf der einen Seite, fremdvermietende auf der anderen, schönes eigenes Wohnumfeld oder Kapitalrendite sind nur einige Punkte, die unterschiedliche Sichtweisen generieren können. Hausordnungen und deren Einhaltung sind ein weiteres Themenfeld. Überwölbt werden diese Problematiken dann dadurch, dass hierbei auch neben den Eigentümerinteressen auch solche der Mieter*innen nicht unbeachtet bleiben wollen.

Ein niemals enden wollenden Gebiet eröffnet sich bei Auseinandersetzungen mit Handwerkern und Dienstleistern. Die Mediation kann hier außerhalb der Themen Gewährleistung und Verzug im Werkvertragsrecht gegebenenfalls schnell und lösungsorientiert zur Seite stehen.

Nicht zuletzt, doch ein wichtiges Themenfeld liegt im Bereich des Nachbarstreits: Solche Auseinandersetzungen sind zeitaufwändig und nervenzehrend. Hinzu kommt, dass man unter Umständen auf Jahre und Jahrzehnte aneinander gekettet ist. Wenn zwei Nachbarn, die im Neubaugebiet Eigentümer eines Einfamilienhauses sind, schon in der Bauphase aneinander geraten, werden vielleicht noch die Enkel wissen, was von „denen da drüben“ zu halten ist…..

Bei allen Fragestellungen rund um die Immobilie ist aber entscheidend, dass bei Beginn der Mediation hinreichend Zeit genommen wird, die jeweiligen Rollen genau zu klären und das System, in das sie eingebettet sind, auch zu ergründen. Erst das Herkommen und Verorten der Medianten aus einem eigenen Wirkungskreis vermag dann die vielschichtige und mehrdimensionale Schnittmenge herauszuarbeiten. Die Immoblie ist hierbei ein Objekt, um das es sich im Zentrum dieser Schnittmenge dreht, das aber seinerseits die vielschichtigen Interessen aus den verschiedenen Blickwinkeln unterschiedlich abbildet. Es muss daher gelingen, einen Rundumblick um die Immobilie herum zu entwickeln und ein Verständnis für die verschiedenen Perspektiven aufzubauen.

Dann kann es auch mit der Mediation klappen.

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Fünf Argumente, die für Mediation bei Trennung und Scheidung sprechen

Die nachstehende Seite befasst sich zwar mit den Vorteilen, die es mit sich bringt, wenn man in Bloomington (IL) sich im Trennungskonflikt in Mediation begibt.

Quelle: 5 Benefits of Choosing Divorce Mediation in Bloomington, IL

Die hier genannten Überlegungen reichen aber grundsätzlich über die US-amerikanischen Verhältnisse hinaus und können auch für Menschen, die in Deutschland von Trennung und/oder Scheidung betroffen sind, Geltung beanspruchen.

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An erster Stelle wird privacy genannt: Die Vertraulichkeit ist ein unverzichtbares Element aller Konfliktlösungsprozesse. Was in der Mediation besprochen wird, bleibt unter den Medianten und dem Mediator höchst vertraulich. Dieses gegenseitige Vertrauen ist wichtig, damit hier alle Tatsachen auf den Tisch kommen können, die zur Konfliktlösung wichtig sind. Gleichzeitig hilft die Vereinbarung der Vertraulichkeit, dass diese Tatsachen und offenbarten Daten nicht in einem etwaigen sich anschließenden gerichtlichen Verfahren verwendet werden können – sollte die Mediation nicht zum umfassenden Erfolg führen. Gerade dieser Umstand findet sich nicht immer im Bewusstsein der Konfliktparteien: Im streitigen Verfahren vor dem Gericht gelten die Regeln des FamFG, und damit auch die hierzu gehörigen Beweislastregeln. Das kann gerade in vermögensrechtlichen Auseinandersetzungen vor Gericht zu erheblichen Schwierigkeiten führen. Durch die Vertraulichkeitsvereinbarung können also Gegenstände in die Mediation eingeführt und verhandelt werden, bei denen im gerichtlichen Verfahren die Behandlung mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden sein könnten.

Als zweites wird cost-effectiveness angeführt: Das Kostenargument findet sich immer wieder, wenn es darum geht, Vorteile der Mediation herauszustellen. Zur Ehrlichkeit und Wahrheit gehört aber auch, dass die Kosten für ein Mediationsverfahren in der Regel nach Stundensätzen berechnen. Im Gegensatz zu den Kosten und Gebühren nach Verfahrenswerten im gerichtlichen Verfahren (wenn dort keine Honorarvereinbarung getroffen wird) hängt also die Höhe der Kosten einer Mediation entscheidend davon ab, wieviel Zeit für das Verfahren gebraucht wird. Darüber hinaus fallen bei einer erfolgreichen Mediation gegebenenfalls auch noch die Kosten für die notarielle Beurkundung einer Scheidungsfolgenvereinbarung an – und schließlich bedarf es für den Ausspruch der Scheidung immer noch eines gerichtlichen Verfahrens (das aber dann schlanker und mit geringeren Verfahrenswerten und unter Umständen nur einer anwaltlichen Vertretung geführt werden kann). Man muss sich aber immer vor Augen halten, dass die Mediation selbst auf dem Grundsatz der Freiwilligkeit beruht und daher von jeder Konfliktpartei jederzeit ohne weitere Angabe von Gründen beendet werden kann. Dann wären die bis dahin angefallenen Kosten „in den Sand gesetzt“.

An dritter Stelle folgt dann expediency: Der Grundsatz der Zweckmäßigkeit ist hier auch mit einem Zeitmoment versehen. Eine Mediation kann schnell gehen, wenn hier effektiv und zielgerichtet gearbeitet werden kann – und das ist durchaus eine Alternative zu unter Umständen langwierigen gerichtlichen Verfahren. Dabei ist zu bedenken, dass in einem etwa notwendigen sich anschließenden Scheidungsverfahren dann, wenn der Versorgungsausgleich durchgeführt werden muss, ohnehin mit einer Verfahrensdauer von mindestens einem halben Jahr zu rechnen ist. Auch in der Mediation gilt der Satz, den schon der Prophet Kohelet geprägt hatte: „Ein jedes Ding hat seine Zeit.“ Der entscheidende Vorteil im Mediationsverfahren ist darin zu sehen, dass die Mediant*innen jederzeit die Oberhoheit über ihr Verfahren in den eigenen Händen haben und Subjekte des Handelns in jeder Phase bleiben. Tatsächlich ist es durchaus auch so, dass, wenn zügig eine Vereinbarung über alle Scheidungsfolgen getroffen werden kann, eine Neuausrichtung des Lebens besser funktioniert und das sich anschließende gerichtliche Verfahren nur noch eine Formalie darstellt. Die Befreiung von den Belastungen der ungeklärten Fragen stellt daher den eigentlichen Vorteil der Zweckmäßigkeit dar.

Als vierter Punkt wird control genannt. Dies hängt mit der bereits oben dargestellten Rolle im Mediationsprozess zusammen: Die Parteien sind und bleiben die Akteure und damit die handelnden Subjekte im Verfahren. Mediation ist selbstbestimmt, ein gerichtliches Verfahren stellt dagegen immer eine Form der Fremdbestimmung – sei es durch das erkennende Gericht, das den Verfahrensgang durch entsprechende Verfügungen bestimmt, seien es die anwaltlichen Vertreter*innen, die durch ihre Verfahrensführung sich und ihre Beteiligten positionieren – dar.

Abschließendes Argument ist ease: Ob Mediation tatsächlich leichter und weniger belastend ist, liegt natürlich in der Hand der Medianten. Die Selbstbestimmtheit des Verfahrens und die Erfahrung, das eigene Schicksal selbst in die Hand genommen zu haben und eine Krise durch eigenes Zutun gemeistert zu haben, vermag dann zumindest nach Abschluss des Verfahrens ein hohes Maß an Zufriedenheit aufscheinen lassen. Auch dies hat natürlich wiederum mit der Selbstbestimmung zu tun: Selbst wenn ein Mediationsprozess anstrengend ist – und es ist auch davor zu warnen, dass es sich nicht um ein Wohlführverfahren handelt, Gefühlsausbrüche sind nicht selten und haben hier – anders als vielleicht im Gerichtssaal – durchaus ihre Berechtigung. Es kann psychisch sehr belastend sein, gegebenenfalls auch für beide an die Grenzen einer Erträglichkeit gehen: Aber es ist dann auch die Aufgabe des Mediators, hier behutsam das Verfahren zu steuern, sowohl den Gefühlen ihren berechtigten Raum zu geben, als auch der Reaktion hierauf. Die Vereinbarung von Umgangsregeln führt eben hier dazu, dass Belastungen kommuniziert werden können – und auch wahrgenommen. Deswegen ist es tatsächlich so, dass am Ende die Erkenntnis stehen kann: „mediation is a much easier, less stressful process“.

Die auf der Seite genannten Argumente sind also keineswegs so, dass sie unbestritten nur Vorteile aufzeigen: Jedes einzelne hat sein eigenes „für und wieder“ – zusammengenommen bleibt aber die Erkenntnis, dass der Weg, eine Trennung und/oder Scheidung über eine Mediation einer einvernehmlichen und selbstverantworteten Lösung zuzuführen, ein guter und lohnenswerter sein kann.

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Eltern bleiben – auch nach der Trennung

Im Internet bin ich auf einen Erfahrungsbericht gestoßen, der die Probleme des Eltern-Bleibens nach einer Trennung anschaulich beschreibt:
— Weiterlesen livebysurprise.com/2014/02/why-parenting-coordination-didn-work.html

Tatsächlich gibt diese Erfahrungsbericht tiefe Einblicke und Hinweise, was alles wo und wie falsch laufen kann. Tatsächlich erscheint es mir so, dass weder die Bedürfnisse der ehemaligen Partner hinreichend erörtert wurden, noch, dass die Kinder als Subjekte im Trennungskonflikt behandelt wurden.

Statt dessen wurden beide Konfliktparteien in einen Machtkampf getrieben, der sich in einem kleinteiligen Klein-Klein ergab: Bettzeit für die Kinder – dranhalten oder nicht – und warum nicht? klein beigeben? Etc. Etc. …

Was aber fehlt, ist, die Menschen in ihrem Konflikt in ihrer konkreten Situation abzuholen – die Perspektive zu wandeln, eine zukunftsfähige Option zu entwickeln. Solange sich beide Konfliktparteien aber noch in ihren kleinen Beharkungen verbunden sind und hierauf die Energie gelenkt wird, fehlt es an der Befähigung, tatsächlich Eltern bleiben zu kommen. Statt dessen geht es darum, dem anderen zu zeigen, der bessere Elternteil zu sein und dem anderen seine Unfähigkeit zu beweisen. Das aber enthält nur zerstörerische Energie, die letztlich den Kindern maximal Schaden zufügen kann.

Das ist eben auch eine Aufgabe in der Mediation: die Befähigung zum Eltern sein und Eltern bleiben zu unterstützen und wieder herzustellen. Dazu gehört, die Alltagskonflikte einzuordnen und die dahinter liegenden Bedürfnisse und Beweggründe zu erörtern.

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Mediation als Prozess zur Problemlösung

Prof. Lawrence Susskind hat sich in einem lesenswerten Beitrag mit einer weitergehenden Definition der Mediation angenommen:
— Weiterlesen www.pon.harvard.edu/daily/mediation/mediation-as-problem-solving/

Dabei geht er über die ansonsten vornehmlich in der angloamerikanischen Literatur verwendeten Unterscheidung zwischen gerichtlicher und alternativer Streitentscheidung hinaus und entwickelt einen eigenständigen Ansatz, der sich von der gerichtlichen Lösung deutlich unterscheidet.

Dadurch erreicht er einen Perspektivenwechsel auf die am Problem Beteiligten Menschen und deren Bedürfnisse.

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Konfliktlösung am Arbeitsplatz

Konflikte am Arbeitsplatz sind zahlreich – und vielschichtig.

Diese Seite:

Quelle: Conflict resolution in the workplace at its finest | HRD Asia

hat nicht nur die wesentlichen Problempunkte aufgezeigt, sondern gleichzeitig auch Lösungsansätze mitgeliefert.

Es geht im Kern darum, dass die verschiedenen Akteure einer Konfliktsituation genau benannt sein müssen – und deren Rollen im Unternehmen eindeutig geklärt sein müssen, wenn die Konfliktlösung gelingen will.

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Hinzu kommt, dass ungeachtet des aktuellen Konfliktes das Augenmerk auf die hieraus ergebenden Konsequenzen gerichet werden muss: Seien es Auswirkungen innerhalb der Abteilung, der Firma, der Kundenbeziehungen oder im Vergleich zu Mitbewerbenden am Markt. Diese Analysen müssen aber zunächst unabhängig von der Konflikterforschung erfolgen, da ansonsten frühzeitige Schuldzuweisungen und die Adressierung von Verantwortlichkeiten es verhindern könnten, in die Tiefen der Konfliktergründung vordringen zu können.

Gleichwohl ist auch diese Phase wichtig, spielen diese Erkenntnisse bei der Bewertung der Aussenwirkung und der zu erarbeitenden Lösungsansätze eine nicht unerhebliche Rolle.

Der Beitrag auf der zitierten Seite geht vom Regelfall einer inhouse-Konfliktbearbeitung aus. Dieser Weg mag vielfach gut, schnell und erfolgversürechend sein. Wenn aber der Konflikt tiefergehender ist oder Fragen der Autorität im Unternehmen selbst eine Rolle spielen könnten, empfiehlt sich auch hier eine frühzeitige Einbindung einer unabhängigen externen Konfliktlösungsunterstützung – beispielsweise durch Mediation.

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Acht Faktoren, die eine Trennung oder Scheidung begünstigen können

Was sind die Faktoren, die eine Trennung oder Scheidung begünstigen können?

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Die nachfolgend zitierte Seite führt hier acht verschiedene Faktoren auf, die allesamt dazu beitragen können, dass eine Beziehung oder Ehe in die Brüche gehen könnte.

Quelle: 8 Things That Predict Divorce, According to Science | Science Times

Diese Daten beruhen auf verschiedenen wissenschaftlichen Erhebungen.
Was können wir daraus für Schlüsse ziehen? Es reicht sicherlich nicht aus, eine konkrete Trennungssituation an diesen Kriterien zu messen, um dann ein Urteil über das Schicksal der Betroffenen fällen zu können.

Aber gerade wenn es darum geht, Trennung und Scheidung in einem Mediationsprozess zu begleiten und deren Folgen einer Lösung zuzuführen, sind diese Erkenntnisse durchaus hilfreich. Die Verifizierung oder Falsifizierung dieser jeweiligen Annahmen aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen im Rahmen der Konfliktklärung kann dabei helfen, Brücken zu finden, auf denen ein wechselseitiges Verständnis in der konkreten Situation aufgebaut werden kann.

Denn entscheidend ist, dass der Konflikt umfassend geklärt werden kann und die jeweiligen Sichtweisen der Konfliktpartner*innen entsprechend dargestellt werden können und auch gewürdigt werden. Das stellt mitunter eine gewaltige Herausforderung dar – vorallem dann, wenn beide Konfliktparteien aus einem System kommen, wie in den beschriebenen Faktoren erläutert, und deswegen von sich aus die Sprache gar nicht auf diese Problemzone richten können.

Eine behutsame Klärung und Hinführung durch den Mediator kann hierbei helfen, einen gemeinsamen blinden Fleck aufzuhellen und damit den Weg für eine einvernehmliche Lösung zu bereiten.

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Warum gerade kleinere und mittlere Betriebe auf Mediation setzen sollten

Mit diesem Thema befasst sich nachstehender Blogbeitrag bei Bloomberg:

Quelle: Small Business: Consider Hiring a Mediator When Conflicts Arise – Bloomberg

Unter der Überschrift „Mediation Can Help Small Businesses Solve Conflicts and Protect Relationships“ werden die speziellen Problemstellungen aufgeführt, mit denen sich gerade die kleineren Unternehmen konfrontiert sehen.

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Der Beitrag zeigt auf, dass gerade in diesem Segment das Risiko eines Rechtsstreits besonders groß sein kann – und das nicht nur aus Kostengründen. Ein gewonnener Prozess bürdet immerhin der unterlegenen Partei die Kostenlast auf.

Die Gründe hierfür sind versteckter: Gerade hier geht es nicht um eine isolierte Einzelfallbetrachtung, sondern um ein vielschichtiges Bündel von unterschiedlichsten Beziehungsgeflechten. Ein Rechtsstreit kann hier unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringen. Am Häufigsten wird das Interesse an langfristigen Lieferanten- oder Kundenbeziehungen eine Rolle spielen. Unter Umständen kann ein einziger Streit eine Kettenreaktion auslösen.

Dabei spielt noch ein anderer Aspekt eine entscheidende Rolle: Gerichtliche Verfahren können unter Umständen durchaus zeitaufwändig sein – und das dann auch mit dem Risiko, dass nach der ersten Instanz noch nichts vorbei ist. Für diese Zeit lägen hier geschäftliche Beziehungen quasi „auf Eis“. Hinzu kommt die Bindung von Personal und Zeit für die Dauer der Verfahren.

Darüber hinaus sind auch die meisten Fälle von der Beweislage her nicht so einfach, wie es zunächst den Anschein haben kann. Konfliktlagen können auch aus der unterschiedlichen Interpretation von Vereinbarungen entstehen. Dann begibt man sich mit Auslegungsfragen ebenso in die Hand des Gerichts wie mit Fragen der Darlegungs- und Beweislast.

Mediation ist zwar kein Allheilmittel, bietet aber gerade in diesem Bereich – sei es bei firmeninternen Konflikten oder bei solchen mit Lieferanten oder Kunden – eine Möglichkeit, den Konflikt eingehend zu erhellen und auf der Grundlage der wechselseitigen Bedürfnisse Lösungskonzepte und Strategien für diesen konkreten Einzelfall zu suchen und zu finden. Das kann nicht nur gesichtswahrend für alle Beteiligten geschehen, sondern zeitnah eine maßgeschneiderte Lösung bereitstellen.

 

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Großeltern – Umgang – Mediation

Nicht nur im Vereinigten Königreich, wie sich aus nachstehendem Beitrag ergibt:

Quelle: Grandparents Family Mediation Service Overseas UK and Europe

gibt es immer wieder Schwierigkeiten, wenn Großeltern ihre Enkelkinder nicht sehen können oder nicht dürfen.

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Nach deutschem Recht gibt es ein Umgangsrecht aus § 1685 BGB, die Hürden aus der unscheinbaren Vorschrift sind allerdings hoch:

§ 1685 Umgang des Kindes mit anderen Bezugspersonen

(1) Großeltern und Geschwister haben ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient.
(2) Gleiches gilt für enge Bezugspersonen des Kindes, wenn diese für das Kind tatsächliche Verantwortung tragen oder getragen haben (sozial-familiäre Beziehung). Eine Übernahme tatsächlicher Verantwortung ist in der Regel anzunehmen, wenn die Person mit dem Kind längere Zeit in häuslicher Gemeinschaft zusammengelebt hat.
(3) § 1684 Abs. 2 bis 4 gilt entsprechend. Eine Umgangspflegschaft nach § 1684 Abs. 3 Satz 3 bis 5 kann das Familiengericht nur anordnen, wenn die Voraussetzungen des § 1666 Abs. 1 erfüllt sind.

Die positiv festzustellende Dienlichkeit für das Kindeswohl stellt in den allermeisten Fällen eine Hürde dar, die in gerichtlichen Verfahren schwerlich oder kaum genommen werden kann.

Dazu kommt noch en Weiteres:

Wie bei anderen Umgangsverfahren auch ist selbst eine Entscheidung eines Gerichts das Eine, die Umsetzung in der Praxis das Andere – und der Phantasie und Kreativität sind oftmals keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, der anderen Seite ein Recht zu verwehren. Das mag man zwar bedauern, ist aber leider Realität. Die Vollstreckung aus einem Umgangstitel ist dann zwar der nächste, unvermeidbare Schritt – das kostet aber Zeit, Nerven und verbessert die Situation auch nicht unbedingt.

Die Regelung von Besuchs- und Umgangskontakten ist ein vielschichtiges Thema, bei dem die unterschiedlichsten Positionen und Bedürfnisse aufeinander prallen können. Das Rekurrieren auf tatsächliche oder vermeintliche gesicherte Rechtspositionen hilft aber hier nicht weiter: Was tatsächlich im Interesse der von dem Streit betroffenen Kindern liegt, müssen die Konfliktparteien miteinander nicht nur verhandeln, sondern auch übereinstimmend bejahen können.

Hierbei kann Mediation ein hilfreiches Intstrument sein: Sie bietet allen Beteiligten den geschützten Raum, den es braucht, um die Themen offen an- und aussprechen zu können. Sie bietet die Zeit, die es braucht, um die Bedürfnisse zu artikulieren und auszusprechen – ebenso, wie die Wahrnehmung solcher Bedürfnisse und die grundsätzliche Anerkennung auf der anderen Seite. Sie kann den Raum schaffen, den es braucht, Hinderungsgründe, Ängste, Befürchtungen zu transportieren, Instrumentalisierungen von Kindern zu vermeiden, Verfahren zu formulieren und den Blick zu wechseln: von den eigenen Interessen im Konflikt hin zu den Bedürfnissen der betroffenen Kinder.

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Gefühle fühlen – was hat das mit Mediation zu tun?

Im Netz bin ich auf nachstehenden Artikel gestoßen:

Quelle: How to Feel Your Feelings and What That Will Do for Your Life

Wie man also lernt, Gefühle zu fühlen – und was das mit einem machen kann. Dieser Text ist eher psychologisch und selbstreflexiv gehalten. Es ist so etwas wie eine kleine Handreichung, sich selbst ein Stück weit besser kennen zu lernen und mit seiner Gefühlswelt umgehen zu lernen.

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Dabei ist das Versprechen, dass die Überschrift suggeriert (How to do this and that – auf der einen Seite und das What That Will Do for Your Life – auf der anderen) nur ein Aufhänger, sich darüber Gedanken zu machen, wie Gefühle – und das Fühlen von Gefühlen – in der Mediation eingesetzt werden kann.

Mediation ist eines bestimmt nicht: eine therapeutische Veranstaltung.

Aber es geht darum, einen Konflikt in seiner Vielschichtigkeit zu klären und Bedürfnisse im Zusammenhang mit diesem zu artikulieren. Da sind – anders wie bei rein sachorientierten Lösungsoptimierungen – Gefühle nicht nur ein wichtiger Gradmesser, sondern auch ein Teil der Persönlichkeit, der bei der Klärung und Lösung nicht unterdrückt sein mag – sondern seinen Platz und seine Berechtigung hat.

Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt: Kann der Mediant/die Mediantin an dieser Stelle seine/ihre Gefühle fühlen. Sind diese echt oder überlagert von einem Schmerz oder einem Verlangen oder sonst was? Sind verbale Äußerung und nonverbale Kommunikation in sich stimmig – und wie fühlt sich das für die betroffenen Menschen in dem Moment an?

Das kann in die Tiefe der verschiedenen Persönlichkeits- und Konfliktebenen gehen, und man muss den Mediant*innen auch den Weg eröffnen, hier wieder herauszukommen.

Aber ein kluges Handling auch der Gefühlswelt – und hierbei die Ermutigung, tatsächlich Gefühle zu fühlen und ihnen nachzuspüren – vermögen der Konfliktlösung wichtige Impulse bei der Lösungsunterstützung bieten.

Es ist dann zwar nicht das große Versprechen: What That Will Do for Your Life! – aber das hat ja auch niemand behauptet. Es ist ein kleiner, aber wertvoller Baustein bei der Lösung von Problemsituationen.

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Wie Mediation funktionieren kann..

Das ist das Thema eines Artikels auf den Seiten der Harvard Law School:

Quelle: How Mediation Works When Both Parties Agree They Need Help Resolving the Dispute – PON – Program on Negotiation at Harvard Law School

Wenn beide Konfliktparteien darin übereinstimmen, dass sie bei der Lösung ihres Konflikts externe Hilfe in Anspruch nehmen sollten, dann ist Mediation ein sicherlich brauchbares Hilfsmitteln hierzu.

Weil eine gerichtliche Entscheidung eben Gewinner und Verlierer zurücklässt, ein dahinter liegender Konflikt aber auch vielschichtiger sein kann, ist die zuerst genannte Erkenntnis ein erster, aber wichtiger Schritt.

Interessant an dem genannten Artikel ist auch, dass er nicht nur darüber belehrt, wie gut und richtig und wichtig Mediation ist – hiervon gibt es wahrlich mehr als genügend davon – und schließlich preist jeder Krämer seine Ware.

Hier wird das – im Übrigen auch in der Mediation zur Anwendung kommende – Instrument des Perspektivwechsels eingesetzt und aus der Sicht der Medianten eine Problemstellung nebst passenden Lösungstipps vorgestellt.

Nur wenn zu Ende im Beispiel der Mediator seine Rolle als allparteilicher Vermittler, der die Parteien zu einer eigenständigen Lösung anleitet und unterstützt, verlässt, ist m.E. Kritik angebracht: Der Mediator soll gerade nicht „Vergleichsvorschläge“ unterbreiten oder ins Spiel bringen, sondern die Konfliktparteien darin unterstützen, selbst am Ende ein Ergebnis zu erarbeiten. Wenn im Artikel also steht:

„The mediator proposes that you accept $1.5 million, along with various other commitments from the manufacturer.“

…dann ist das mit einer guten mediativen Praxis nicht vereinbar.

„A mediator doesn’t propose anything“

wäre die richtige Antwort gewesen.